Marken müssen sich mit den Werten der Gesellschaft und der Märkte, in denen sie tätig sind, auseinandersetzen. Nur so können sie das Engagement, die Transparenz und die Ehrlichkeit erzeugen, die so viele neue Verbraucher verlangen. Und LEGO hat dies zuletzt deutlich gemacht.

Der dänische Spielzeughersteller hat beschlossen, die seit 2013 bestehende Vereinbarung mit der Daily Mail aufzulösen. Eine Allianz, die es den Lesern der Zeitung ermöglichte, mit einem Coupon eine der lustigen Puppen der Marke kostenlos zu erhalten.

Anlass war ein Brief eines Vaters, der innerhalb weniger Stunden viral ging. Darin drückte er seine Enttäuschung über die Zusammenarbeit zwischen LEGO und einer Zeitung aus, deren Sensationsgier und Fremdenfeindlichkeit in letzter Zeit zugenommen hatten.

„LEGO war schon immer ein integratives Produkt“, so der betroffene Vater in dem Brief. „Es hat Geschlechterbarrieren durchbrochen, die Fantasie der Kinder angeregt und ihnen das Selbstvertrauen gegeben, ihr eigenes Ding zu machen.“

Das Unternehmen wollte sich zu seiner Entscheidung nicht äußern. Es veröffentlichte lediglich eine Stellungnahme mit folgender Botschaft: „Unsere Vereinbarung mit der Daily Mail ist beendet, und wir beabsichtigen nicht, in naher Zukunft eine weitere zu unterstützen.“

Tatsächlich stehen wir vor einer komplizierten Situation. Während viele die Entscheidung des Werbetreibenden begrüßen, der in Europa grassierenden Fremdenfeindlichkeit den Boden zu rauben, sehen andere darin einen Versuch, die Meinungsfreiheit des Mediums einzuschränken. Viele Leser begrüßen die Entscheidung, den Vertrag zwischen LEGO und der Daily Mail auszusetzen.

Das Hör auf, Hass zu finanzieren Die Organisation fordert ein Verbot von Zeitungen wie der Daily Mail, The Sun oder dem Daily Express. Der Grund liegt in ihrer heftigen Kampagne zur Unterstützung des Brexits, die mehrfach in Fremdenfeindlichkeit ausartete.

clementeferrer@clementeferrer.com

Der Autor und Journalist Clemente Ferrer hat in Spanien eine herausragende Karriere in den Bereichen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit hinter sich. Derzeit ist er Präsident des Europäischen Instituts für Marketing.