Das spanische Parlament hat das Goldene Visum offiziell beendet. Dieses umstrittene Programm ermöglichte Nicht-EU-Bürgern, durch erhebliche Immobilieninvestitionen eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Die Entscheidung, die mit einer knappen Mehrheit von 177 zu 170 Stimmen angenommen wurde, markiert einen Wandel in der spanischen Wohnungs- und Einwanderungspolitik. Der lokale Wohnungsbedarf wird nun gegenüber ausländischen Investitionen priorisiert.

Das 2013 eingeführte Golden-Visa-Programm erforderte eine Mindestinvestition von 500,000 Euro in spanische Immobilien, um eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Befürworter lobten es für die Förderung ausländischer Investitionen und die Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung nach der Finanzkrise. Kritiker argumentierten jedoch, dass es die Immobilienpreise in die Höhe trieb, die Erschwinglichkeit verringerte und Bedenken hinsichtlich Geldwäsche und Steuerhinterziehung aufkommen ließ.

Die Abschaffung folgt auf die Ankündigung von Premierminister Pedro Sánchez im April 2024, in der er die Rolle des Programms bei der Verschärfung der Wohnungsnot, insbesondere in städtischen Zentren wie Madrid und Barcelona, ​​betonte. In diesen Gebieten ist die Nachfrage stark gestiegen, was die Wohnungsverfügbarkeit für die Anwohner erschwert.

Gleichzeitig hat der Kongress beschleunigte Gerichtsverfahren für Hausbesetzungen eingeführt. Diese neue Maßnahme soll Räumungsverfahren beschleunigen und Vermietern schnellere Lösungen bei Streitigkeiten über unbefugte Hausbesetzungen ermöglichen.

Die Gesetzesänderungen, die Teil des Organgesetzes über Maßnahmen zur Effizienzsteigerung im öffentlichen Justizdienst sind, treten nach der Veröffentlichung im Staatsanzeiger (BOE) in Kraft.

Das Ende des Goldenen Visums hat eine Debatte ausgelöst. Befürworter der Maßnahme glauben, dass sie den Immobilienmarkt stabilisieren und den lokalen Bedürfnissen Priorität einräumen wird. Gegner warnen, dass sie ausländische Investitionen abschrecken und dem Immobiliensektor schaden könnte, was Spaniens wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie möglicherweise behindern würde.

Die Regierung hat Interesse an alternativen Strategien zur Anziehung ausländischer Investitionen und zur Bewältigung der Wohnungsprobleme bekundet. Gleichzeitig beobachten Immobilienakteure die Situation aufmerksam und antizipieren mögliche Marktveränderungen.