Spanien verzeichnete im Jahr 2024 einen neuen Rekord bei der Zahl irregulärer Migranten. Laut den in der vergangenen Woche veröffentlichten Daten des Innenministeriums kamen 63,970 Menschen auf dem Land- oder Seeweg ins Land. Dies ist das zweite Jahr in Folge mit Rekordankünften. Die Gesamtzahl der Ankünfte wurde damit übertroffen, nachdem 2023 bereits 55,718 Menschen ankamen. Das war fast doppelt so viel wie 2022.
Die Mehrheit der Ankömmlinge im Jahr 2024 – 46,843 Menschen – unternahm gefährliche Seereisen von Nordwestafrika zu den spanischen Kanarischen Inseln. Ein Bericht der NGO Caminando Fronteras vom Dezember enthüllte die grausame Bilanz dieser Reisen und schätzte, dass täglich 30 Menschen auf dem Weg nach Spanien starben. Allein auf der Route zu den Kanarischen Inseln wurden fast 10,000 Todesfälle registriert.
Der Präsident der Kanarischen Inseln hat seine Besorgnis über die Unfähigkeit der Region zum Ausdruck gebracht, den Zustrom, insbesondere unbegleiteter Minderjähriger, zu bewältigen. Er berief sich auf überlastete Dienste, die Menschenrechtsstandards nicht erfüllten.
Die spanische Migrationsministerin Elma Saiz erklärte gegenüber RTVE, die Regierung arbeite an einem Umverteilungsplan, um junge Migranten auf das Festland zu bringen.
Das neue spanische Einwanderungsgesetz, das dieses Jahr in Kraft treten soll, wird über drei Jahre hinweg jährlich rund 300,000 Einwanderer ohne Papiere legalisieren. Saiz bezeichnete das Jahr 2025 als Meilenstein und sagte, es werde Spanien zu einem „Leuchtturm der Inklusion und Harmonie mit Migranten“ machen. Sie lobte außerdem den EU-Migrationspakt 2024, der ebenfalls 2025 in Kraft treten soll.
Die zweitgrößte Migrationsroute nach Spanien führte 2024 über das Mittelmeer. Fast 14,500 Menschen kamen auf dem spanischen Festland und den Balearen an. Auch Ceuta, Spaniens nordafrikanische Enklave, verzeichnete einen starken Anstieg: Über 2,500 Menschen überquerten die Landgrenze – mehr als doppelt so viele wie 2023.
IST DIE ERZÄHLUNG AUS GROSSBRITANNIEN ZU NEGATIV?
Im Vergleich dazu steht Großbritannien nicht ganz so schlecht da: Daten des Innenministeriums zeigen, dass im Jahr 36,816 2024 Menschen den Ärmelkanal in kleinen Booten überquerten. Das ist zwar ein Anstieg gegenüber 2023, aber weniger als 2022.
Tragischerweise war 2024 das tödlichste Jahr für solche Überfahrten mit fast 60 gemeldeten Todesfällen. Zum Vergleich: Täglich verlieren 30 Menschen ihr Leben bei dem Versuch, die gefährliche Reise von Nordafrika nach Spanien zu bewältigen.
Die britische Regierung arbeitet weiterhin mit Frankreich zusammen, um die Überfahrt kleiner Boote einzudämmen.













