Die Kontroverse um Carlos Mazóns Versäumnis, die DANA-Warnung rechtzeitig herauszugeben, hat sich verschärft, da offizielle Berichte bestätigen, dass die meisten Opfer bereits umgekommen waren, bevor die Notfallbenachrichtigung am 8. Oktober 11 um 29:2024 Uhr verschickt wurde.
Kritiker argumentieren, dass die Bevölkerung aufgrund der verspäteten Reaktion der Generalitat Valenciana nicht auf die katastrophalen Überschwemmungen vorbereitet war, insbesondere in l'Horta Sud, wo die Poyo-Schlucht über die Ufer trat und verheerende Folgen hatte.
Der zeitliche Ablauf der Katastrophe
6:30 – 7:30 Uhr: Die tödlichen Überschwemmungen überraschen die Bevölkerung. Ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Autofahrer, die versuchen, ihre Fahrzeuge zu retten, gehören zu den Gefährdeten.
8:11 Uhr: Die Generalitat sendet endlich die Notfallmeldung „Es Alert“ – viel zu spät für diejenigen, die bereits von der Flut betroffen sind.
8:28 Uhr: Carlos Mazón, Präsident der Generalitat Valenciana, trifft 17 Minuten nach der Alarmierung im Integrierten Operativen Koordinationszentrum (CECOPI) ein.
Mazóns veränderte Erzählung
Mazón behauptete zunächst, er sei vor 7:00 Uhr bei CECOPI eingetroffen, doch vier Monate später gab er zu, erst um 8:28 Uhr angekommen zu sein – nachdem der Alarm bereits ausgelöst worden war. Auf die Frage nach dem Widerspruch verteidigte sich Mazón mit den Worten:
„Wann habe ich jemals gelogen?“
Kritiker argumentieren jedoch, dass seine Abwesenheit während der kritischen Entscheidungsphase zu der katastrophalen Verzögerung geführt habe. Einige Berichte deuten darauf hin, dass sein verspätetes Eintreffen wichtige Notfallentscheidungen verzögerte und die Reaktion dadurch noch weiter erschwerte.
Öffentliche Empörung und politische Folgen
Überlebende und Angehörige von Opfern kritisieren die fehlenden rechtzeitigen Warnungen. Einige erklärten, ihre Angehörigen hätten gerettet werden können, wenn die Warnung früher erfolgt wäre. Oppositionsführer und Politiker warfen der Generalitat grobe Fahrlässigkeit vor und forderten Rechenschaft.
Mazón wies die Kritik zurück, bezeichnete sie als „politischen Angriff“ und betonte, dass die Generalitat angemessen gehandelt habe.
In einem fast 1,000 Seiten starken Bericht der DANA, der auch Aussagen von Angehörigen der Opfer enthält, wird jedoch fast einstimmig berichtet, dass sich die Mehrzahl der Todesfälle zwischen 7 und 00 Uhr ereignete – also bevor die Generalitat Alarm auslöste.
Wie aus dem Dossier hervorgeht, handelte es sich bei einem Großteil der Opfer um ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die zum Zeitpunkt der Überschwemmung in Erdgeschosswohnungen oder Tiefgaragen lebten. Aufgrund der plötzlichen Katastrophe blieb ihnen kaum Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.
Die Verzögerung bei der Herausgabe der Notfallwarnung stand im Mittelpunkt der Kritik. Die staatliche Wetterbehörde (AEMET) hatte bereits am selben Tag Sturmwarnungen herausgegeben, doch die Reaktion der regionalen Behörden wurde als langsam und unkoordiniert kritisiert.
Ein Richter, der die Katastrophe untersuchte, erklärte, dass die Bewohner durch die späte Verbreitung der Warnung nicht die notwendigen Schutzmaßnahmen ergreifen konnten. Er deutete an, dass durch rechtzeitige Warnungen viele Leben hätten gerettet werden können.
Die von Richterin Nuria Ruiz Tobarra geleitete gerichtliche Untersuchung beschreibt die Katastrophe als „eine wahre Hölle der Zerstörung und des Todes“ und wirft weitere Fragen darüber auf, warum nicht früher Warnungen verschickt wurden.












