Ryanair hat die spanische Regierung scharf für die aus ihrer Sicht „illegale“ Geldstrafe von 107 Millionen Euro kritisiert. Die Geldstrafe ist Teil einer umfassenderen Strafe von 179 Millionen Euro, die Billigfluggesellschaften auferlegt wurde, weil sie ihren Passagieren Gebühren für Handgepäck berechnen.

Die irische Fluggesellschaft, die die meisten Passagiere über den Flughafen Alicante-Elche befördert, argumentiert, dass die Geldstrafe auf einer Fehlinterpretation veralteter Gesetze aus der Zeit des spanischen Franco-Regimes beruhe.

Ryanair behauptete in einer scharf formulierten Stellungnahme, die Geldbußen stützten sich auf ein Gesetz aus den 1960er Jahren, das der geltenden europäischen Gesetzgebung widerspreche – insbesondere der Verordnung (EG) Nr. 1008/2008, die es EU-Fluggesellschaften erlaubt, ihre Preisstrukturen frei festzulegen. Die Fluggesellschaft betont, ihre Handgepäckrichtlinie sei legal und vereinbar mit den EU-Vorschriften. Sie fördere wettbewerbsfähige Preise und die Wahlfreiheit der Verbraucher.

Die Kontroverse hat sich zu einem öffentlichen Streit entwickelt. Ryanair hatte zuvor in Werbekampagnen den spanischen Verbraucherminister Pablo Bustinduy verspottet – und ihn sogar als Clown dargestellt. Die Fluggesellschaft wirft ihm nun vor, die Rechtssicherheit für spanische Verbraucher zu untergraben, indem er „veraltete“ Rechtsnormen auf moderne Geschäftspraktiken anwende.

Ryanair warnte, dass die Durchsetzung der Geldbuße zu höheren Ticketpreisen führen könnte, was insbesondere den Flughafen Alicante-Elche betreffen könnte, wo die Fluggesellschaft im Jahr 7.3 2024 Millionen Passagiere beförderte. Zusammen mit anderen betroffenen Fluggesellschaften wie EasyJet, Volotea und Vueling machen die bestraften Fluggesellschaften über 70 % des Passagieraufkommens am Flughafen aus, was Bedenken hinsichtlich der umfassenderen wirtschaftlichen Auswirkungen aufkommen lässt.