• Waldbrand in der Nähe der Ramblas könnte Bauarbeiten auf bisher geschütztem Land ermöglichen

Am Sonntagabend brach im Viertel Las Ramblas von Orihuela Costa ein sich schnell ausbreitender Waldbrand aus, der die Evakuierung von 50 Anwohnern erforderlich machte und die Kontroverse über die mögliche Umwidmung von Waldgebieten für die künftige Stadtentwicklung neu entfachte.

Das Feuer brach gegen 6:00 Uhr in der Nähe des Tajo-Segura-Kanals aus, in einem Gebiet, das zuvor als grüne Pufferzone galt. Obwohl sich die Flammen bis zum Einbruch der Dunkelheit stabilisierten, hinterließ der Vorfall mehr als nur verbrannte Erde – er offenbarte anhaltende Bedenken hinsichtlich Landnutzung, Spekulation und Umweltpolitik.

Die Behörden aktivierten umgehend Stufe 1 des Sonderplans für Waldbrände (PEIF), da der Brand gefährlich nahe an mehrere Wohngebiete heranrückte. Das Feuer brach in einem Waldgebiet aus, wo Dürre und hohe Temperaturen die Vegetation ausgetrocknet und leicht entflammbar gemacht hatten.

Obwohl keine Verletzten oder Gebäudeschäden gemeldet wurden, war die Bedrohung so ernst, dass Luftunterstützung und Feuerwehrleute aus Torrevieja und Almoradí sowie Teams des Zivilschutzes und des Roten Kreuzes mobilisiert wurden, die Notunterkünfte für den Fall einer Verschlechterung der Lage vorbereiteten.

Die 50 Evakuierten stammten aus der Wohnsiedlung Loira, einer der Siedlungen am Rande des Waldgebiets. Während die Bewohner beobachteten, wie Hubschrauber Wasser abwarfen und Einsatzfahrzeuge das Gebiet überschwemmten, kamen Fragen auf – nicht nur zur Brandursache, die noch untersucht wird, sondern auch zu den möglichen Folgen.

Während die Behörden natürliche Ursachen wie eine weggeworfene Zigarette oder eine Selbstentzündung aufgrund der extremen Hitze nicht ausschließen, weisen einige Anwohner und Umweltgruppen auf eine beunruhigendere Möglichkeit hin: Das Feuer könnte den Weg für künftige Bauarbeiten ebnen.

Orihuela Costa ist seit langem ein Brennpunkt in Debatten über die Ausweitung des Immobilienmarkts und die Umwandlung von Wald- oder Naturschutzgebieten in Bauland. Brände, so argumentieren sie, dienen manchmal als Vorläufer administrativer Umwidmungen, die ehemals geschützte Naturgebiete in städtisches Land umwandeln, insbesondere in Regionen mit starkem Entwicklungsdruck.

Lokale Quellen weisen darauf hin, dass das vom Feuer am Sonntag betroffene Gebiet, obwohl es sich technisch gesehen nicht um ein städtisches Gebiet handelt, schon lange auf seinen potenziellen Wert für Bauvorhaben hin untersucht wird. „Praktisch handelte es sich hier um Waldland“, sagte ein lokaler Naturschützer, „aber Brände wie dieses verändern oft die Klassifizierung von Land. Was heute brennt, könnte morgen bebaut werden.“

Erst vor 12 Monaten, im Juni 2024, brach zwischen den Golfplätzen Las Ramblas und Campoamor, etwa 2–3 Kilometer von Villamartin entfernt, ein großer Waldbrand aus.

Der Brand brach in der Nähe des Tajo-Segura-Wasserkanals aus und breitete sich rasch durch trockenes Buschland und Kiefernwälder aus. Starke Ostwinde und hohe Temperaturen heizten den Brand an. Er stellte eine ernsthafte Bedrohung für umliegende Wohngebiete dar, drang bis auf 150 Meter an Häuser heran und vernichtete über 10 Hektar geschütztes Land in der Region Sierra Escalona und Dehesa de Campoamor.

Die Situation in Orihuela Costa ist kein Einzelfall. In ganz Spanien sind Waldbrände zunehmend mit der Landnutzungspolitik verwoben. In manchen Fällen führen Brände später zu Umwidmungen und Baugenehmigungen – ein Muster, das zu Forderungen nach strengeren Zonengesetzen für die Zeit nach Bränden geführt hat. Umweltschützer argumentieren, dass das Risiko von vorsätzlich oder zum richtigen Zeitpunkt gelegten Bränden nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden kann, solange verbranntes Land nicht gesetzlich vor künftiger Bebauung geschützt ist.

Die Behörden konzentrieren sich derzeit nach eigenen Angaben auf die Aufräumarbeiten, die Lagebeurteilung und die Gewährleistung einer sicheren Rückkehr der Vertriebenen. Doch die umfassenderen Fragen – Prävention, Schutz und Planung – werden wohl noch lange nach dem Erlöschen der letzten Glut bestehen bleiben.

Paul Stringer
Paul Stringer