In einer außerordentlichen Plenarsitzung am Mittwochmorgen genehmigte der Stadtrat von Orihuela unter Führung der Regierungskoalition aus Partido Popular (PP) und VOX die direkte Verwaltung der städtischen Müllabfuhr (USW) sowie der Straßenreinigung und Straßeninstandhaltungsdienste in Orihuela Costa.

Diese Aufgaben fallen nun in die Zuständigkeit des städtischen Unternehmens Servicio de Gestión Medioambiental de Orihuela SL.

PP-Sprecher Víctor Valverde betonte den Aspekt der Straßeninstandhaltung und erklärte, dass diese seit 2012 direkt von Orihuela verwaltet werde. Der vorherige Vertrag mit einem privaten Unternehmen für die Straßeninstandhaltung entlang der Küste lief im Februar 2024 aus. Valverde betonte die schlechte Leistung des Unternehmens und die Menge der Beschwerden, die von Anwohnern eingegangen seien.

Er sagte, das neue Managementmodell werde voraussichtlich Kosteneinsparungen bringen, Verwaltungsabläufe rationalisieren, den Druck auf andere städtische Abteilungen verringern und die Arbeitsbedingungen verbessern. Valverde betonte, das unmittelbare Ziel sei die Sicherstellung eines voll funktionsfähigen Straßeninstandhaltungsdienstes, wobei die Personalversetzungen noch vor der Sommersaison abgeschlossen sein sollten.

Dámaso Aparicio wurde zum Geschäftsführer des neuen Unternehmens ernannt. In dieser Funktion verantwortet er die Gesamtleitung und das Tagesgeschäft, einschließlich strategischer Planung, Personalkoordination, Budgetierung und der Sicherstellung der Einhaltung kommunaler und ökologischer Standards. Aparicio berichtet zudem direkt an den Stadtrat und arbeitet eng mit den lokalen Behörden zusammen, um das neue Modell des öffentlichen Dienstes umzusetzen.

Seine Ernennung hat scharfe Kritik seitens der Oppositionsparteien hervorgerufen, die auf seine umstrittene Vergangenheit als Stadtrat für Abfall- und Reinigungsdienste verweisen – eine Zeit, die von den Einwohnern allgemein als von Misswirtschaft, Serviceausfällen und Vernachlässigung geprägt angesehen wird, insbesondere in Orihuela Costa.

Das mit der Position verbundene Gehalt von 105,000 Euro hat den Vorwurf der Vetternwirtschaft weiter angeheizt. Kritiker warnen, das kommunale Unternehmen laufe Gefahr, sich in eine politische Hochburg zu verwandeln, statt als Instrument für eine echte Reform des öffentlichen Dienstes zu dienen.

Aparicios Rückkehr in die Führungsrolle hat erneut ernsthafte Zweifel an der Transparenz, Verantwortlichkeit und den wahren Absichten hinter der Verlagerung der Kontrolle auf die direkte Kommunalverwaltung aufkommen lassen.

PSOE und Ciudadanos stimmten gegen den Vorschlag, während Cambiemos sich enthielt. Cambiemos-Stadträtin Leticia Pertegal stellte die Bündelung zweier wichtiger Dienstleistungen in einer Initiative in Frage und warnte vor der Gefahr, das kommunale Unternehmen in ein politisches Beschäftigungsinstrument zu verwandeln.

Die sozialistische Sprecherin Carolina Gracia teilte die Bedenken hinsichtlich der Arbeitsbedingungen und verlangte Klarheit über den Status der Arbeitnehmer, die aus dem ausgelaufenen Straßeninstandhaltungsvertrag ausscheiden, sowie über künftige Neueinstellungen.

VOX-Sprecher Manuel Mestre rief zur Einheit bei der Lösung wichtiger öffentlicher Dienstleistungen auf. „Das sind Angelegenheiten, die jeden betreffen, unabhängig von der politischen Haltung“, sagte er und äußerte die Hoffnung, dass das neue Modell die Lebensqualität der Bewohner und Besucher von Orihuela Costa langfristig sichern werde.

Viele Einwohner argumentieren, dass die Ernennung von Dámaso Aparicio trotz früherer Kontroversen die Situation kaum verschlimmern könne, angesichts der vielfach kritisierten Leistung der derzeitigen Stadträtin für die Müllabfuhr und Straßenreinigung, Rocío Ortuño.

Ortuños Amtszeit wurde von den Einheimischen als miserabel beschrieben, gekennzeichnet durch einen sichtbaren Rückgang der Servicestandards und wachsende Unzufriedenheit in ganz Orihuela Costa. In diesem Zusammenhang betrachten einige Aparicios Rückkehr weniger als mutige Reform, sondern vielmehr als verzweifelten Versuch, ein bereits stark degradiertes System zu stabilisieren.