TORREVIEJA, Spanien – 19. Mai 2025
Der Bürgermeister von Torrevieja, Eduardo Dolón, hat sich entschieden gegen die kürzlich angekündigten Pläne der spanischen Regierung zum Bau einer zweiten Entsalzungsanlage in der Stadt ausgesprochen und den Mangel an Transparenz und die fehlende Konsultation der lokalen Bevölkerung kritisiert. Das Projekt, das am 15. Mai vom Generalsekretär der Sozialistischen Partei der Region Murcia vorgestellt wurde, soll im Juni ausgeschrieben werden und eine Produktionskapazität von 100 Kubikmetern pro Jahr haben.

Bürgermeister kritisiert mangelnden Dialog mit den lokalen Behörden

„Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Regierung Entscheidungen trifft, die unsere Stadt direkt betreffen, ohne vorherige Absprache mit der lokalen Verwaltung“, sagte Dolón. Er kritisierte das Ministerium für den ökologischen Wandel und die demografischen Herausforderungen (MITECO) dafür, die Stadtverwaltung erneut zu umgehen. Er äußerte sich verärgert über ähnliche Entscheidungen, die ohne Beteiligung der lokalen Bevölkerung getroffen wurden – beispielsweise über den Plan, eine Unterkunft für jugendliche Migranten auf einem Parkplatz der Kommunalverwaltung einzurichten.

Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf Umwelt und Stadt

Dolón äußerte ernsthafte Bedenken hinsichtlich der ökologischen und territorialen Auswirkungen des Baus einer zweiten Entsalzungsanlage, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die bestehende Anlage in Torrevieja bereits erweitert wird. Diese Anlage produziert derzeit 80 hm³ pro Jahr und wird auf 120 hm³ aufgerüstet. Der Bau einer weiteren Anlage mit einer Kapazität von 100 hm³ würde die Gesamtproduktion der Stadt mehr als verdoppeln.

Laut dem Bürgermeister würde die neue Anlage umfangreiche Landnutzung und eine umfangreiche Infrastruktur erfordern, darunter groß angelegte Rohrleitungsnetze durch städtische Gebiete – ähnlich den Störungen, die es im Viertel San Roque während des Baus der ursprünglichen Entsalzungsanlage gab.

Ins Stocken geratene Projekte zur territorialen Restitution

Dolón wies außerdem darauf hin, dass mehrere von der Regierung versprochene Projekte zur Gebietsrückgabe (PRTs) unvollendet oder völlig ins Stocken geraten seien. Dazu gehören die Wiederherstellung des Gebiets Dique de Poniente, die Fußgängerwege von Los Náufragos und Lo Ferrís sowie ein Sanierungsplan für das Viertel Acequión. Viele dieser Projekte sind aufgrund von Berichten des MITECO selbst blockiert.

Forderungen nach Transparenz und dringendem Treffen

Der Bürgermeister kritisierte, dass eine so bedeutende Infrastrukturankündigung nicht von nationalen oder lokalen Beamten der Autonomen Gemeinschaft Valencia, sondern von einem regionalen Vertreter der Sozialistischen Partei in Murcia kam. Er bemerkte auch das Schweigen der lokalen PSOE- und PSPV-Führung und führte dies auf politisches Unbehagen angesichts der jüngsten nationalen Kürzungen bei der Wasserumleitung Tajo-Segura zurück.

Dolón fordert nun ein dringendes Treffen mit MITECO, um:

  1. Entsperren Sie die ausstehenden PRTs in Torrevieja.
  2. Geben Sie eine ausführliche Erklärung ab, warum Torrevieja als Standort für die neue Entsalzungsanlage ausgewählt wurde, obwohl die spanische Mittelmeerküste von der Autonomen Gemeinschaft Valencia bis nach Almería über mehr als 1,000 Kilometer reicht.
  3. Klären Sie den genauen geplanten Standort der Anlage, damit die Gemeinde die potenziellen Auswirkungen auf Umwelt und Territorium richtig einschätzen kann.

„Wenn dieses Projekt ohne Transparenz und Dialog weiterverfolgt wird, besteht die Gefahr, dass unserer Stadt und unseren Einwohnern erhebliche Kosten entstehen“, schloss Dolón.