– Kriminelle Gruppe nutzte Lagerhallen, um gefälschte Kleidung zu importieren und umzubenennen
– Gefälschte Waren waren für Touristenattraktionen entlang der Küste von Alicante bestimmt
– Beschlagnahmte Waren im Wert von über 780,000 € auf dem legalen Markt

Elche Die Guardia Civil hat ein gut organisiertes kriminelles Netzwerk mit Sitz in Elche zerschlagen, das sich auf den Import und Vertrieb gefälschter Kleidung spezialisiert hatte. Die Operation, die sich auf den illegalen Handel mit gefälschter Markenkleidung entlang der touristisch stark frequentierten Küstenregionen Alicantes konzentrierte, führte zur Festnahme von fünf Personen und der Beschlagnahmung von über 35,000 gefälschten Artikeln.

Wie sie vorgingen: Schmuggel mit subtilen Veränderungen

Die Ermittler deckten eine vielschichtige kriminelle Struktur mit klar definierten Rollen auf, von internationalen Importeuren bis hin zu Primär- und Sekundärvertriebshändlern. Waren wurden aus dem Ausland importiert und zu zwei Industrielagern in Elche weitergeleitet. Um Zollkontrollen zu umgehen, wurde die Kleidung subtil verändert, um generisch auszusehen und so Verdacht zu vermeiden. Nach der Zollabfertigung und der sicheren Ankunft auf spanischem Boden wurden die Kleidungsstücke so modifiziert, dass sie mit bemerkenswerter Genauigkeit authentischen Markenprodukten ähnelten.

Die modifizierte Ware wurde dann an Straßenhändler verteilt, von denen viele illegal in stark frequentierten Touristenzonen wie der Promenade in Torrevieja tätig waren – Teil des weit verbreiteten Untergrundhandels, der in Spanien allgemein als Top-Manta.

Die Beschlagnahmung: Ein Schlag für den Schwarzmarkt

In der letzten Phase der Ermittlungen führte die Polizei koordinierte Razzien in beiden Lagern durch. Experten der Markeninspektoren waren vor Ort, um die Fälschungen der Produkte zu bestätigen. Insgesamt wurden 35,928 gefälschte Kleidungsstücke beschlagnahmt – eine Menge, die, als Original verkauft, einen Umsatz von über 780,000 Euro erzielt hätte.

Zu den Festgenommenen gehören drei chinesische Staatsbürger im Alter von 62, 61 und 36 Jahren, ein 52-jähriger Ecuadorianer und ein 55-jähriger Marokkaner. Ihnen wird nun Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Verstoß gegen gewerbliches Eigentum vorgeworfen. Alle fünf wurden vor das Untersuchungsgericht Nr. 5 in Elche gestellt und unter vorsorglichen rechtlichen Maßnahmen freigelassen.

Die Operation wurde von der örtlichen Polizei von Torrevieja und der Stadtverwaltung unterstützt, die logistische Hilfe leisteten, darunter Transport und sichere Lagerung der beschlagnahmten Waren aufgrund ihres enormen Volumens.

Die Behörden erklären, das rigorose Vorgehen sei ein wichtiger Schritt zur Eindämmung des Verkaufs gefälschter Waren in Touristengebieten – eine Praxis, die nicht nur legalen Unternehmen schadet, sondern oft auch mit umfassenderen Problemen wie Arbeitsausbeutung und organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht wird.