Der Nachbarschaftsverband Costa Campoamor hat den Küstenstadtrat von Orihuela, Manuel Mestre, aufgefordert, sich mit einer wachsenden Liste ungelöster Probleme in der Küstenregion zu befassen. Obwohl erst vor wenigen Monaten gegründet, ist der Verband eine wachsende Stimme unter den Anwohnern, die beklagen, dass sich die Probleme häufen – und zwar nicht nur in Campoamor, sondern in mehreren Küstenstädten und Wohnanlagen.

Bei einem kürzlichen Treffen mit Mestre im Gemeindebüro an der Küste legten die Verbandsführer ihre Hauptanliegen dar und forderten rasches und entschlossenes Handeln.

Vernachlässigte Wasserwege und Gesundheitsrisiken

Oberste Priorität hat die Reinigung und Instandhaltung der Schluchten des Nacimiento und des Barranco Rubio, die durch die Dehesa de Campoamor fließen. Die Anwohner bezeichneten den aktuellen Zustand der Gewässer als „verlassen“ und wiesen auf drei Hauptrisiken hin: erhöhte Überschwemmungsgefahr bei starken Regenfällen, Gesundheitsgefahren durch Ratten- und Insektenbefall sowie Brandgefahr durch trockene, überwucherte Vegetation. Sie forderten den Stadtrat auf, als Verwaltungsbehörde für diese städtischen Wasserwege Verantwortung zu übernehmen.

Gehwege überwuchert, Straßen in schlechtem Zustand

Der schlechte Zustand – oder das völlige Fehlen – von Gehwegen in manchen Gegenden ist ebenfalls ein großes Problem. Überwuchernde Vegetation zwingt Fußgänger auf die Fahrbahn und stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Zudem bleiben große Schlaglöcher in den Straßen trotz teilweiser Reparaturen durch die Gemeindeverwaltung in den letzten Wochen unbehandelt. Zwar wurden einige Flickarbeiten durchgeführt, viele Problembereiche bleiben jedoch unberührt. Berichten zufolge hat die Gemeindeverwaltung einen neuen Pflasterungsauftrag in Auftrag gegeben, doch die Anwohner wünschen sich schnellere Fortschritte.

Veraltete, unzureichende Abfallbehälter

Die Anwohner kritisierten die maroden und unzureichenden Müllcontainer entlang der Küste. Sie fragten Mestre, wie viele der 758 neuen Container, deren Verteilung in Orihuela für diesen Monat angekündigt war, tatsächlich in den Küstengebieten aufgestellt werden. Mestre konnte keine konkrete Zahl nennen.

Überwucherte Wege, Brandgefahr und städtebauliche Bedenken

Weitere Beschwerden betrafen durch dichtes Unterholz blockierte Fußgängerwege, insbesondere in Kiefernwaldgebieten, was erneut Brandschutzbedenken aufwirft. Die Anwohner sprachen sich zudem entschieden gegen eine vorgeschlagene Änderung der Bebauungspläne im Sektor Y-1 aus. Diese würde eine Erhöhung der Wohneinheiten von 22 auf 64 auf einem Grundstück in der Nähe eines hochwassergefährdeten Gebiets nahe dem Nacimiento-Fluss ermöglichen. Sie argumentieren, dies könnte die Überschwemmungsgefahr bei starkem Regen erhöhen.

Öffentliche Gesundheit und Strandpflege

Der Verband forderte außerdem eine sofortige Begasung in ganz Campoamor, um den zunehmenden Mücken- und Kakerlakenbefall zu bekämpfen, da es bereits erste Anzeichen für einen Ausbruch gebe. An den Stränden fordern die Anwohner bessere Wartungs- und Reinigungsdienste, insbesondere in Gebieten, in denen Erosion die Strandfläche erheblich reduziert hat – wie Barranco Rubio, La Glea und Aguamarina. Viele öffentliche Einrichtungen, darunter Strandrampen und Fußduschen, sind derzeit außer Betrieb und reparaturbedürftig.

Unbeliebte Müllsteuererhöhung und Kriminalitätssorgen

Eines der umstrittensten Themen war die kürzliche Erhöhung der Müllgebühren um 200 Prozent. Die Anwohner halten die Erhöhung für ungerecht und schlecht strukturiert, da sie weder zwischen Dauerbewohnern noch Ferienimmobilienbesitzern unterscheidet und weder Haushaltsgröße noch Grundstücksnutzung berücksichtigt.

Ein weiteres wachsendes Problem ist die Sicherheit. Laut dem Verband haben die Meldungen über Wohnungseinbrüche an der Orihuela Costa zugenommen, wobei es in einigen Fällen zu Gewalt kam. Die Anwohner fordern eine sofortige Verstärkung der örtlichen Polizeistreifen, da die derzeitige Personalstärke für die Gegend unzureichend sei – insbesondere angesichts des saisonalen Bevölkerungswachstums in den Sommermonaten.

Die Costa Campoamor Association hofft, dass der Stadtrat diesen Forderungen Priorität einräumt und sie beschleunigt umsetzt, und betont die Dringlichkeit des Handelns, da die Küstenbevölkerung während der touristischen Hochsaison weiter wächst.