Das kann nicht dein Ernst sein
Weißt du etwas? Natürlich weißt du das. Weißt du, was ich dir jetzt erzähle? Wie konntest du nur …
Die meisten von Ihnen sind zu jung, um das zu begreifen, aber ich sage Ihnen: Wenn Sie in meinem Alter sind, wird Ihnen klar, dass hundert Jahre überhaupt keine lange Zeit sind. Sowohl die antike als auch die moderne Geschichte werden Ihnen dieselbe Lektion lehren: Ein einziges Jahrhundert ist keine lange Zeit!
Lassen Sie es mich so erklären: Als ich in die Schule kam, war Irland erst seit etwa 25 Jahren unabhängig, und die Kämpfer in diesem Krieg waren noch junge Männer – und Frauen, nicht zu vergessen. Trotzdem betrachteten meine Klassenkameraden und ich dieses Ereignis wie die Steinzeit. Nehmen wir die große Hungersnot als weiteres Beispiel: Als ich geboren wurde, gab es möglicherweise Menschen, die diese Hungersnot erlebt hatten.
Alle Jahrhunderte sind gleich lang; doch nie in der Weltgeschichte haben sich die Dinge so stark verändert wie in den letzten hundert Jahren. Werfen wir also einen Blick zurück auf die frühen 1920er Jahre und sehen, wie weit wir uns seitdem entwickelt haben – und behalten dabei auch einiges im Hinterkopf, was wir dabei verloren haben.
Vor hundert Jahren lag die Lebenserwartung eines Mannes bei 47 Jahren; kaum mehr als die Hälfte der heutigen. Damals war die Auswanderung aus Irland weit verbreitet. Kurz zuvor schätzte man, dass ein Drittel der Bevölkerung Liverpools Iren waren. Heute gibt es 40 Millionen Amerikaner, die sich als Iren bezeichnen. Was im modernen Irland oft verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass die Iren damals in den Vereinigten Staaten subtiler – und manchmal eklatanter – Diskriminierung ausgesetzt waren. Und wir waren die Weißen!
Bleiben wir bei den frühen 1920er Jahren: Die Emotionen waren noch immer hoch und die Nerven blank von den Nachwirkungen des Bürgerkriegs. Kämpfer wurden noch immer interniert. Als Galway 1923 seinen ersten All-Ireland Hurling-Titel gewann, galt es für eine Generation als Pflicht, ihn nur zu gewinnen, weil „jeder, der etwas taugte, im Gefängnis saß“. (1980 war damit Schluss!)
In diesem Jahrzehnt erlangte die katholische Kirche größere Macht in zivilen Angelegenheiten wie Zensur und öffentlicher Moral. Frauen erhielten das Wahlrecht (die Spitze des Eisbergs, Jungs!), und Flapper trugen kurze Kleider, tanzten wild und brachen eine Zeit lang die gesellschaftlichen Regeln. Dies war das Jazz-Zeitalter, und ich würde sagen: „Eine großartige Zeit, um sich zu outen!“
Penicillin wurde entdeckt. James Joyces Ulysses wurde veröffentlicht und WB Yeates wurde der erste irische Nobelpreisträger.
Irland war damals ein Agrarland. Es gab viele arme Familien, aber im Großen und Ganzen litten die Menschen nicht Hunger. Es herrschte die Vorstellung, dass diejenigen, die mit dem Schiff nach Amerika reisten, in ein Land des Überflusses reisten. Hier ist also ein Blick auf die Situation in Amerika in den „Goldenen Zwanzigern“. Es war kein Land, in dem Milch und Honig flossen.
1920 besaßen nur 14 Prozent der amerikanischen Haushalte eine Badewanne und nur 8 Prozent ein Telefon. Mehr als 95 Prozent aller Geburten fanden zu Hause statt. Vielleicht war das auch gut so, denn 90 Prozent der Ärzte hatten keine Hochschulausbildung! Der durchschnittliche Arbeiter verdiente rund 300 Dollar im Jahr; ein kompetenter Buchhalter oder Zahnarzt konnte jedoch über 2,000 Dollar pro Jahr verdienen. Und noch eine Anmerkung für die Gorls: Vor hundert Jahren wuschen sich die meisten Frauen einmal im Monat die Haare und benutzten Eigelb als Shampoo!
Auf der anderen Seite des Kanals herrschte ein verständlicher Nachkriegsoptimismus, doch während einige von ihnen Wohlstand erlebten, litten andere unter dem Niedergang traditioneller Industrien und der hohen Arbeitslosigkeit. Großbritannien hatte im Ersten Weltkrieg eine Million junge Männer verloren, sodass die Zahl der Frauen den Männern überlegen war.
Eine traurige Statistik ist, dass die Krankenhausbelegung um 35 Prozent höher war als ein Jahrzehnt zuvor, da sich immer noch viele schwerverletzte Soldaten in der Genesung befanden. Die Tatsache, dass Frauen während des Krieges „Männerarbeit“ geleistet hatten, sorgte dafür, dass der Platz einer Frau in Zukunft nicht unbedingt zu Hause sein würde. 1921 wurde die erste Polizistin
Die ersten kommerziellen Flüge wurden durchgeführt, und die BBC begann 1922 ihre ersten Sendungen. Scheidung war in Großbritannien kein Tabu mehr. Die Volkszählung von 1921 zeigt, dass sich 16,600 Menschen als solche bezeichneten. (Allein im Jahr 2022 gab es in England und Wales über 80,000 Scheidungen!)
Dies war die Ära des goldenen Zeitalters des Kinos. Der Besuch eines Stummfilms bot den Massen eine erschwingliche Flucht vor den Strapazen des Alltags.
Da haben wir es also: Viele Veränderungen in nur hundert Jahren. Ist es nicht komisch, dass „eine Woche in der Politik eine lange Zeit ist“, während ein Jahrhundert in der Geschichte nur ein kurzer Moment ist?
Vergiss nicht
Warum hört niemand zu, wenn sich die Geschichte wiederholt?












