Mit dem Juli beginnen auch die Arztferien, was in der gesamten Provinz Alicante zu erheblichen Verzögerungen bei Arztterminen führt. Patienten müssen mit Wartezeiten von bis zu einem Monat rechnen. Manche müssen sogar bis zum 4. August auf einen einfachen Bluttest warten, da ihr Arzt ohne Vertretung beurlaubt ist.
Diese Situation verdeutlicht einen kritischen Mangel an medizinischem Personal und gibt Anlass zur Sorge hinsichtlich der Qualität der Gesundheitsversorgung während der Sommermonate.
Ungleichmäßiger Ärztewechsel in der gesamten Provinz
Die Besetzung von Urlaubern variiert in der Provinz Alicante erheblich. In der nördlichen Hälfte der Provinz und in der Stadt Alicante sind die Besetzungsraten im Allgemeinen höher.
So liegt beispielsweise die Vertretungsquote im Departement Marina Alta bei 63.72 %, obwohl selbst dort Verzögerungen von bis zu einem Monat auftreten. Marina Baixa, wo die Nachfrage im Sommer stark ansteigt, weist eine Vertretungsquote von 38.13 % auf, während Sant Joan bei 40.95 % und Alicante-Doctor Balmis bei 46.94 % liegt. Im Departement Elche-Allgemeines Krankenhaus liegt die Vertretungsquote für Allgemeinmediziner bei 24.33 %.
In einigen Gebieten, insbesondere an der Küste, herrscht jedoch ein erheblicher Mangel. Torrevieja An der Küste stellt dies eine bemerkenswerte Ausnahme dar: Hier haben lediglich 11.79 % der Allgemeinmediziner und etwas mehr als 4 % der Krankenhausärzte eine Urlaubsversicherung.
María José Gimeno, stellvertretende Generalsekretärin der Ärztegewerkschaft CESMCV, bezeichnet die Lage in Torrevieja als „besonders ernst“. Sie weist darauf hin, dass zwar das Pflegepersonal deutlich aufgestockt wurde, die Zahl der Ärzte aber bedenklich niedrig sei. Auch in der Region Orihuela ist die Versorgung mit Ärzten unzureichend: In der Allgemeinmedizin sind es 18.62 % und in den Krankenhäusern nur 1.91 %.
Torrevieja ist in einem schrecklichen Zustand. Die medizinische Grundversorgung ist in einem sehr schlechten Zustand. 11.79 % der Ärzte und 42.47 % der Krankenschwestern werden ersetzt, aber das ändert nichts an der medizinischen Agenda.
María José Gimeno – Stellvertretende Generalsekretärin der CESMCV Medical Union
Auswirkungen auf die Wartezeiten der Patienten und die Arbeitsbelastung des Personals
Die direkte Folge dieser Engpässe sind längere Wartezeiten für Patienten. Neben den monatelangen Verzögerungen in Gebieten wie Dénia und Vinalopó verzeichnen Gesundheitszentren in Alicante und Sant Joan Wartezeiten von 10 bis 15 Tagen. In Marina Baixa betragen die Wartezeiten sogar noch knapp eine Woche, während die Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses von Elche mit über zehn Tagen und in Santa Pola sogar zwanzig Tagen zu kämpfen hat. Auch Torrevieja meldet Wartezeiten von bis zu 12 Tagen und Orihuela von sieben Tagen.
Auch medizinisches Fachpersonal spürt die Belastung. Dr. Mari Ángeles Medina von einem Gesundheitszentrum in Elche weist darauf hin, wie komplex die Planung der Sommerversorgung angesichts begrenzter Ressourcen sei.
Im Juli und August führen diensthabende Ärzte oft mehr als 40 Patientenkonsultationen pro Tag durch, im September sogar über 50. Das Medical Profession Forum betont, dass dieser strukturelle Personalmangel nicht durch Überlastung des bestehenden Personals behoben werden sollte. Es warnt davor, dass eine Erhöhung der Bereitschaftszeiten oder die Einführung unbegrenzter Arbeitszeiten das Problem nur verschärfen und sowohl die Patientenversorgung als auch das Wohlbefinden der Ärzte beeinträchtigen würden.
Haushaltszuweisungen und mangelnde Transparenz
Das Gesundheitsministerium hat 82.5 Millionen Euro um die Gesundheitsversorgung im Sommer abzudecken, einschließlich der Eröffnung von 25 zusätzlichen Strandkliniken (sechs in der Provinz Alicante) und der Verstärkung von 74 Gesundheitszentren (dreißig in Alicante).
Dieser Plan sieht über 8,600 Neueinstellungen vor. Obwohl das Budget im Vergleich zum Vorjahr um drei Millionen Euro erhöht wurde, äußern die Ärztegewerkschaften Bedenken hinsichtlich fehlender Anreize für Ärzte, zusätzliche Stellen anzunehmen. Früher wurden für zusätzliche Stellen Prämien angeboten, diese wurden jedoch abgeschafft, was zu unbezahlter Mehrarbeit für die Ärzte führt.
Dr. Gimeno kritisiert die mangelnde Transparenz des Gesundheitsministeriums bei der Urlaubsplanung. Anders als in den Vorjahren würden in diesem Jahr die Gesamtzahl der Mitarbeiter, die Urlauber, die Vertretungen und die Vertragsnummern nicht transparent angegeben, was es schwierig mache, das wahre Ausmaß der Engpässe einzuschätzen.
Schließung von Krankenhausbetten verstärkt die Besorgnis
Das Problem wird noch verschärft durch die geplante Schließung von mindestens 800 Krankenhausbetten In der gesamten Provinz Alicante kam es in diesem Sommer zu schweren Verletzten. Dazu gehören Schließungen großer Krankenhäuser in Alicante, Elche, La Vila, Elda, Sant Joan und Orihuela, von denen verschiedene Abteilungen betroffen sind, von der ambulanten Chirurgie bis zur Kinderheilkunde.
Während einige Schließungen auf laufende Renovierungsarbeiten zurückzuführen sind, warnen Gewerkschaften wie Satse, dass diese Maßnahmen ebenso wie die Aussetzung von Konsultationen, Tests und Operationen gängige Praktiken zur Kosteneinsparung seien und letztlich zu längeren Wartelisten und einer Beeinträchtigung der Qualität der Gesundheitsversorgung für die Patienten führten.
Die aktuelle Situation zeichnet ein besorgniserregendes Bild für das Gesundheitswesen in der Provinz Alicante in diesem Sommer. Mit erheblichen Verzögerungen bei der Terminvergabe, einer ungleichmäßigen Verteilung von Ersatzpersonal und der Schließung von Krankenhausbetten stehen sowohl Patienten als auch medizinisches Fachpersonal vor einer schwierigen Zeit.












