Am 1. Juli 2025 hat Spanien offiziell neue Vorschriften eingeführt, die vorschreiben, dass alle kurzfristigen, touristischen und vorübergehenden Mietobjekte vor der Online-Werbung in einem nationalen System registriert werden müssen. Diese vom Wohnungsbauministerium eingeführte Initiative soll für mehr Transparenz und Kontrolle im boomenden Sektor der Kurzzeitvermietung sorgen.

Der neue digitale One-Stop-Shop für Mietobjekte weist jeder registrierten Immobilie eine eindeutige Registrierungsnummer zu, die in jeder Online-Anzeige angegeben werden muss. Der Registrierungsprozess, der sechs Monate zuvor zunächst als freiwilliges System eingeführt wurde, ist seit dem 1. Juli verpflichtend.

Große Mietplattformen wie Airbnb und Booking.com sind nun gesetzlich verpflichtet, diese Zahlen in ihren Inseraten anzuzeigen und monatlich Daten an die Regierung zu melden. Bei Nichteinhaltung drohen hohe Geldstrafen.

Die Ankündigung löste einen sprunghaften Anstieg der Registrierungsaktivitäten aus. Zwischen dem 2. Januar und Ende Juni gingen fast 200,000 Anträge ein, vor allem für touristische Vermietungen. Davon wurden rund 90,000 genehmigt, etwa 17,600 abgelehnt und über 92,000 waren noch anhängig. Ein besonders deutlicher Anstieg war nach dem 26. Mai zu verzeichnen: Innerhalb nur eines Monats wurden über 125,000 Anträge eingereicht.

Wichtig ist, dass das neue nationale Registrierungssystem die lokalen Genehmigungspflichten nicht ersetzt. Immobilieneigentümer müssen weiterhin alle erforderlichen kommunalen Lizenzen einholen, bevor sie sich auf nationaler Ebene registrieren lassen können, was eine zusätzliche Compliance-Ebene darstellt.

Auch arbeitsrechtliche Regelungen wurden diskutiert. Die Gewerkschaft General Union of Workers schlug vor, Vermieter zu verpflichten, Informationen über Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen bereitzustellen. Dieser Vorschlag wurde jedoch aufgrund der Notwendigkeit umfassenderer Gesetzesänderungen zurückgestellt.

Nach der Genehmigung ist eine Registrierung ein Jahr lang gültig. Bei Verlängerungen müssen die Eigentümer anonyme Aufzeichnungen aller in diesem Zeitraum abgeschlossenen Mietverträge sowie alle betrieblichen Änderungen einreichen. Dies ermöglicht der Regierung, die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen und sicherzustellen, dass die Immobilien bestimmungsgemäß genutzt werden.

Die Maßnahmen der Regierung waren teilweise auf den Anstieg illegaler Inserate zurückzuführen. Die Behörden deckten Tausende nicht registrierte Online-Angebote auf. Kurz vor Inkrafttreten der neuen Regeln entfernte Booking.com auf behördlichen Druck 4,000 solcher Inserate, während Airbnb einer ähnlichen Prüfung unterzogen wurde.

Trotz des Widerstands von Gruppen wie dem spanischen Verband für touristische Unterkünfte und Apartments, die das System für einen möglichen Anstieg der Bürokratie und die Verdrängung illegaler Vermietungen durch Vermieter kritisierten, verteidigte die Regierung die Maßnahmen als notwendig, um Betrug zu bekämpfen und den Wohnungsmangel in beliebten Touristenstädten zu lindern.

Das neue Mietregistrierungssystem Spaniens entspricht den bevorstehenden EU-Vorschriften und verschafft dem Land einen Vorsprung gegenüber vielen anderen europäischen Ländern.