Während die Sommertemperaturen Rekordhöhen erreichen, bieten die Straßen von Torrevieja kaum Schutz vor der unerbittlichen Sonne. Kaum ein Baum ist zu sehen und kaum Schutz bietende Gebäude. Einwohner und Touristen schwitzen und suchen den wenigen Schatten, den sie unter den überfüllten Sonnenschirmen der Cafés finden können. Nun fordert die Opposition Maßnahmen.

Bei der letzten Stadtratssitzung Sueña Torrevieja forderte die Regierung der Partido Popular auf, eine umfassende Schattenplan und formen Klimaschutzhütten in der gesamten Gemeinde. Ihr Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, da die Stadt eine weitere Hitzewelle erlebt, was verdeutlicht, wie schlecht sie auf die Realitäten eines wärmeren Klimas vorbereitet ist.

Stadtrat Pablo Samper, Vorsitzender von Suena Torrevieja
Stadtrat Pablo Samper, Vorsitzender von Suena Torrevieja

„Hier geht es nicht um Parteipolitik“, argumentierte Sueña-Sprecher Pablo Samper. „Hitze kennt keine politische Farbe. Was wir brauchen, ist ein echter Plan zum Schutz unserer Bewohner.“

Torreviejas Stadtbild ist auf Autos und Beton ausgelegt und kennt praktisch keine Alleen oder schattigen öffentlichen Plätze. Anders als in nahegelegenen Städten wie Pilar de la Horadada, wo Bauträger in neuen Wohngebieten Bäume pflanzen müssen, sind die Straßen Torreviejas weiterhin kahl und sonnenverbrannten.

Noch besorgniserregender ist, dass kleine Kinder die Hitze auf offenen Schulhöfen aushalten müssen, insbesondere in Fertigklassenzimmern ohne natürlichen oder strukturellen Schatten. Ihre einzige Fluchtmöglichkeit vor der Sonne sind die Schulferien, die zumindest bis September ein wenig Erleichterung verschaffen.

Pläne auf dem Papier, wenig Erleichterung vor Ort

Die regierende Volkspartei (PP), die über die absolute Mehrheit verfügt, lehnte den Antrag der Opposition mit der Begründung ab, sie habe bereits einen Plan. Der einzige sichtbare „Schatten“ sind jedoch die kostenpflichtigen Caféterrassen, die den öffentlichen Raum privatisieren und den Zugang einschränken.

Bildungsstadtrat Ricardo Recuero verteidigte die Bilanz der Stadt und verwies auf einen Antrag auf EU-Finanzierung in Höhe von 12 Millionen Euro, der begrenzte Schatteninitiativen wie Pergolen für zwei städtische Schulen vorsieht (Acequión mit einem Makellos) und einen „grünen Korridor“ entlang der N-332. Kritiker wiesen jedoch schnell darauf hin, dass diese Pläne nur auf ein kleines Gebiet abzielen, das als „gefährdet“ gilt, um für EU-Förderung in Frage zu kommen, und nicht auf die allgemeine Belastung der Stadt durch extreme Hitze eingehen.

Inzwischen ist das neu sanierte Vista Alegre Promenade, einst Heimat großer Ficus- und Palmenbäume, brutzelt heute unter der unerbittlichen Sonne. Obwohl eine Pergola installiert wurde, wirft sie bekanntermaßen keinen Schatten.

Verpasste Gelegenheiten

Die Stadt hat auch wichtige Chancen verpasst, mehr Schatten zu schaffen. Salz Das Projekt eines Open-Air-Einkaufsviertels, das eigentlich Pergolen in Fußgängerzonen umfassen sollte, verlor aufgrund von Verzögerungen und mangelnder Umsetzung seine Fördermittel in Höhe von einer Million Euro aus dem EU-Fonds „Next Generation EU“. Übrig geblieben sind ein paar Bänke, einige digitale Bildschirme ohne Stromanschluss und ein Kinderspielplatz – die versprochene Umgestaltung ist also kaum zu erwarten.

Kleine Schritte, großes Problem

Bislang gab es nur bei den Kinderspielplätzen wirkliche Fortschritte: Im letzten Semester wurden mehr als 70 mit Pergolen ausgestattet. Ein kleiner Abschnitt der Calle Caballero de Rodas Im Zuge der Stadtsanierung wurden auch Bäume neu gepflanzt. Dennoch stellen diese Einzelmaßnahmen keine echte Strategie zur Verbesserung der Hitzeresistenz dar.

Selbst die im Schattenplan der Regierung hervorgehobenen Schulen sind nicht diejenigen, die am meisten Unterstützung benötigen. Aufgrund ihrer zentralen Lage erhalten sie bereits mehr Aufmerksamkeit der Stadtverwaltung, während Schulen in den Außenbezirken, die oft jüngere oder schutzbedürftigere Bevölkerungsgruppen betreuen, weiterhin unangenehm exponiert bleiben.

Die Zeit wird knapp

Angesichts des sich beschleunigenden Klimawandels und der immer länger und tödlicher werdenden Hitzewellen ist der Mangel an Schatten in der Stadt nicht mehr nur ein ästhetisches oder planungstechnisches Problem, sondern ein Krise der öffentlichen Gesundheit. Senioren, Kinder und Besucher sind in einer Stadt, die eher auf Autos und Beton als auf Komfort oder Widerstandsfähigkeit ausgelegt ist, zunehmend gefährdet.

Bei einem Schattenplan geht es nicht nur darum, Bäume zu pflanzen. Es geht darum, die klimatischen Herausforderungen in Torrevieja zu berücksichtigen und eine Stadt zu entwerfen, die ihren Einwohnern ein kühles, sicheres und gesundes Klima bietet. Derzeit liegt diese Vision weitgehend im Dunkeln.