Das Gericht hat die ehemalige Stadträtin von Torrevieja, Carmen Gómez, wegen Betrugs zu sieben Jahren Amtsenthebung verurteilt. Gómez, stellvertretende Bürgermeisterin und Stadträtin für wichtige Ressorts wie Bauwesen und Grünflächen, wurde für schuldig befunden, zwischen Januar und Juni 232,000 illegal Bauarbeiten im Wert von 2015 Euro für den Park La Siesta in Auftrag gegeben zu haben. Diese Aufträge wurden mündlich an sieben Unternehmen vergeben, ohne dass ein formeller Vertrag vorlag, was einen eklatanten Verstoß gegen das Vergaberecht darstellt.
Das Gericht stellte fest, dass für das gesamte Parkprojekt im Wert von über 1.1 Millionen Euro ordnungsgemäße Verfahren einschließlich öffentlicher Ausschreibungen und Transparenz erforderlich seien, von denen jedoch keines eingehalten worden sei.
Gómez begann erst mit der Bearbeitung der Vertragsunterlagen, nachdem das städtische Rechnungsprüfungsamt Dutzende von Rechnungen ohne rechtliche Grundlage markiert hatte. Trotz Warnungen der städtischen Rechnungsprüfer und einer ausdrücklichen Unterlassungsanordnung eines lokalen Entwicklungsbeauftragten forderte Gómez weiterhin telefonisch und persönlich Dienstleistungen und Materialien an.
Pedro Martínez de la Torre, Leiter des Mittelmeer-VIII-Arbeitswerks, wurde wegen seiner Beteiligung an der illegalen Auftragsvergabe ebenfalls zu dreieinhalb Jahren Berufsverbot verurteilt. Beide Beamten handelten wissentlich und vorsätzlich und umgingen rechtliche Schutzmechanismen, die einen fairen Wettbewerb und die effiziente Verwendung öffentlicher Gelder gewährleisten sollen.
Das Gericht wies Gómez' Verteidigung zurück, sie sei nicht für das Parkportfolio verantwortlich und Opfer politischer Vergeltungsmaßnahmen geworden. Aussagen von Geschäftsinhabern und anderen Zeugen bestätigten ihre direkte Beteiligung an der Planung, Überwachung und Genehmigung der Arbeiten. Das Gericht stellte außerdem fest, dass Gómez versucht hatte, die illegalen Verträge nachträglich zu legitimieren, nachdem Bedenken geäußert worden waren.
Neben der Übernahme der Gerichtskosten steht Gómez ein weiterer Prozess bevor, der mit einem separaten Amtsmissbrauchsverfahren namens „Cleanup Shock Plan“ in Zusammenhang steht. Die Staatsanwaltschaft fordert für diesen Fall ein zwölfjähriges Verbot öffentlicher Ämter.












