Ein groß angelegtes kriminelles Netzwerk, das für eine Reihe organisierter Diebstähle auf Flughäfen in ganz Spanien verantwortlich ist, wurde von der Guardia Civil nach monatelangen Ermittlungen, die am Flughafen Teneriffa Süd begannen, zerschlagen.
Die Operation „Simba Free“ führte zu 66 Festnahmen, weitere 18 Personen werden untersucht. Die Behörden identifizierten außerdem drei Minderjährige, die an der kriminellen Aktivität beteiligt waren. Die Gruppe soll Waren im Wert von rund 223,000 Euro gestohlen haben.
Die Ermittlungen begannen im Mai, als Sicherheitspersonal auf Teneriffa Süd verdächtiges Verhalten mehrerer Personen bemerkte, die ihre Aktionen in den gesperrten Einkaufsbereichen des Flughafens koordinierten. Was zunächst wie Einzelfälle aussah, entpuppte sich bald als groß angelegte und organisierte Diebstahlswelle, die sich auf Flughäfen wie Madrid, Bilbao, Málaga, Alicante und andere auf den Kanarischen Inseln konzentrierte.
Die Bande hatte es vor allem auf Duty-Free-Shops abgesehen und stahl dort Luxusparfums und Kosmetika. Diese Artikel wurden später sowohl in Spanien als auch international verkauft. Um nicht entdeckt zu werden, kauften die Diebe Billigflugtickets, die sie nie nutzen wollten. So konnten sie in die sicheren Abflugbereiche gelangen, die Diebstähle begehen und anschließend wieder abreisen, ohne ein Flugzeug zu besteigen.
Die Ermittler beschrieben die Operation als hoch organisiert und methodisch. Die Beamten nutzten ihre Kenntnisse über Flughafenstrukturen und Sicherheitsabläufe, um die Diebstähle effizient durchzuführen. Die gestohlenen Gegenstände wurden in großen Einkaufstüten versteckt, und die Diebe verließen das Gelände, ohne Verdacht zu erregen.
An der Spitze der Gruppe stand eine junge Frau von den Kanarischen Inseln, die als Anführerin identifiziert wurde. Laut der Guardia Civil war sie für die Rollenverteilung und die Koordinierung der Operationen verantwortlich. Obwohl sie keinen Führerschein besaß, fuhr sie oft mit Mietwagen zu den Flughäfen.
Die Untersuchung ergab außerdem, dass das Netzwerk Minderjährige und Personen in gefährdeten Situationen rekrutierte und ihnen Geld für die Teilnahme an den Diebstählen anbot.
In einem besonders dreisten Fall wurde ein Verdächtiger mit einem Koffer voller gestohlener Parfüms erwischt. Er hatte sich als Gefängnisinsasse ausguckt, um sein Flugticket zu kaufen. In einem anderen Fall wurde jemand beim Versuch erwischt, gestohlene Waren im Wert von 30,000 Euro zu verkaufen, wobei er eine gefälschte Rechnung verwendete.
Bisher haben die Beamten gestohlene Waren im Wert von über 70,000 Euro sichergestellt. Alle Festgenommenen wurden vor dem Gericht erster Instanz und der Anweisung Nr. 5 in Granadilla de Abona auf Teneriffa vorgeladen.












