• In Alicante wurden 30 Betrugsbeschwerden eingereicht, die das gleiche Muster von gefälschten SMS-Betrugsfällen betrafen
  • Die Organisation operierte hauptsächlich von Barcelona aus und nutzte fortschrittliche Techniken, um sich als Bankinstitute auszugeben.
  • 16 Personen wurden festgenommen und elektronische Geräte, Dokumente und umfangreiche digitale Beweise beschlagnahmt

Juli 29, 2025 – Im Rahmen der Operation Gefälschter LinkDie spanische Guardia Civil hat 16 Personen festgenommen, denen mehrere Straftaten vorgeworfen werden, darunter Betrug, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Die Verdächtigen hatten eine ausgeklügelte Kampagne inszeniert, um sich als Bankangestellte auszugeben und persönliche und finanzielle Daten zu stehlen. Allein in der Provinz Alicante haben die Ermittler 30 Fälle mit einem Gesamtschaden von über 256,000 Euro registriert.

Die Ermittlungen begannen im Oktober 2023, als ein Bürger in Callosa de Segura den Erhalt einer verdächtigen SMS meldete, angeblich von seiner Bank, die vor ungewöhnlichen Aktivitäten warnte. Die Nachricht enthielt einen betrügerischen Link zu einer geklonten Website, die das Opfer zur Eingabe seiner Anmeldedaten aufforderte. Dieses Muster wiederholte sich bei vielen Opfern, die alle durch ausgeklügelte Social-Engineering-Taktiken getäuscht wurden.

Eine Schlüsseltechnik war SMS-Spoofing, wodurch die Betrüger die gefälschten Nachrichten im selben Konversationsverlauf wie die legitimen Nachrichten der Bank des Opfers erscheinen ließen. Die Nachrichten vermittelten ein Gefühl der Dringlichkeit und enthielten überzeugende Links, wodurch die Opfer dazu verleitet wurden, ihre persönlichen Daten und Bankdaten preiszugeben.

Sobald die Betrüger Zugriff auf ein Konto hatten, riefen sie das Opfer an, gaben sich als Bankangestellte aus und überredeten es, Geld auf ein sogenanntes „sicheres“ Konto zu überweisen. In Wirklichkeit gehörten diese Konten Geldkurieren – Personen, die von der Gruppe angeworben wurden, um ihre Bankkonten gegen einen Anteil des gestohlenen Geldes zu leihen.

Die kriminelle Operation war in drei verschiedene Ebenen gegliedert:

  1. Führungskräfte und Techniker – verantwortlich für die Registrierung gefälschter Domänen, die Anmietung von SMS-Plattformen und die Erstellung betrügerischer Websites.
  2. Kommunikatoren – nahm Kontakt mit den Opfern auf und orchestrierte die Täuschung.
  3. Maultiere und Geldeintreiber – die gestohlenen Gelder entgegengenommen, Bargeld an Geldautomaten abgehoben und den Organisatoren übergeben.

Um nicht entdeckt zu werden, war Schnelligkeit entscheidend: In vielen Fällen wurden die Gelder innerhalb von zwei Stunden nach Eingabe der Anmeldedaten des Opfers abgehoben. Ein Teil des Geldes wurde später über nicht verifizierte Plattformen in Kryptowährung umgewandelt.

Die Guardia Civil beschlagnahmte zahlreiche elektronische Geräte, Dokumente und digitale Beweismittel und übergab diese dem Untersuchungsgericht Nr. 3 in Orihuela (Alicante). Zudem wurden insgesamt 38 Bankkonten der Verdächtigen eingefroren.

Von den 16 Festgenommenen – zwölf Männer und vier Frauen im Alter zwischen 12 und 4 Jahren verschiedener Nationalitäten – wurden 20 in Barcelona und einer in Alicante festgenommen. Allen wird die Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation, Geldwäsche und Betrug vorgeworfen. Sie wurden den Justizbehörden übergeben.

Um zu vermeiden, Opfer ähnlicher Betrügereien zu werden, empfiehlt die Guardia Civil Folgendes:

  • Klicken Sie niemals auf Links, die Sie per SMS oder E-Mail erhalten haben, es sei denn, Sie sind sich des Absenders absolut sicher.
  • Seien Sie misstrauisch gegenüber Nachrichten, die vor verdächtigen Aktivitäten warnen und anklickbare Links enthalten.
  • Geben Sie Ihre Bankdaten oder Bestätigungscodes niemals telefonisch oder über Links weiter.
  • Wenden Sie sich im Zweifelsfall immer direkt über die offiziellen Kanäle an Ihre Bank.
  • Melden Sie verdächtige Aktivitäten sofort oder rufen Sie 062 an.