Der Gemeinderat von Orihuela hat eine neue Gehaltsstruktur für Manager kommunaler Unternehmen verabschiedet und damit politische Kritik und öffentliche Debatten ausgelöst. Die Entscheidung fiel während der letzten Plenarsitzung vor der Sommerpause, bei der die Ernennung von Dámaso Aparicio zum Geschäftsführer des Umweltunternehmens SGM (Servicio de Gestión Medioambiental de Orihuela) wurde mit einem maximalen potenziellen Gehalt von ratifiziert €80,000 jährlich.

Gehaltsklassifizierungssystem

Das neu genehmigte System unterteilt kommunale Unternehmen in drei Kategorien, basierend auf Kriterien wie Umsatz, Mitarbeiterzahl, Bedarf an öffentlichen Mitteln, Investitionsvolumen und Komplexität ihres Sektors.

Jede Kategorie legt einen feste Gehaltsobergrenze von 50,000 €, mit einem zusätzlichen variabler Bestandteil—bis zu 30,000 € für Gruppe 1, 20,000 € für Gruppe 2 und 10,000 € für Gruppe 3. SGM fällt unter Gruppe 1, wodurch Aparicio für das höchste Niveau qualifiziert ist.

Aparicio, ein ehemaliger Stadtrat in früheren Regierungen der Volkspartei (PP), der für Bereiche wie Abfallwirtschaft und Straßenreinigung zuständig war, verdiente bereits €40,000 als PP-Berater zu Beginn dieser Amtszeit. Sein neues potenzielles Gehalt löste erneut Kritik bei den Oppositionsparteien aus, die zuvor Bedenken geäußert hatten, als Prognosen darauf hindeuteten, dass seine Vergütung auf €105,000.

Damaso Aparicio
Damaso Aparicio

Schnelle Zustimmung und Kritik der Opposition

Die Oppositionsparteien verurteilten die Art und Weise, wie der Vorschlag als letzter Tagesordnungspunkt eingeführt und weniger als 24 Stunden vor der Sitzung aufgenommen wurde. Ciudadanos-Sprecher José Aix warf der Koalition vor, „im Schutz der Dunkelheit“ zu agieren, und behauptete, die Entscheidung sei politisch motiviert und nicht auf Verdiensten beruhend, und verwies dabei auf eine Müllgebührenerhöhung um 202 € Auswirkungen auf die Bewohner.

Budgetänderungen und Finanzprüfung

Zusätzlich zu den Managergehältern genehmigte der Rat mehrere Budgetanpassungendarunter:

  • Eine Zunahme von €580,000 in den Produktivitätszahlungen der kommunalen Mitarbeiter, wodurch sich die Gesamtsumme auf 1.1 Mio. €.
  • Ein Zusatzkredit von €962,286 zur Deckung der allgemeinen Kosten, einschließlich €714,000 für ausgelagerte Dienste bereitgestellt.
  • Zahlungsermächtigung 148 ausstehende Rechnungen insgesamt 1 Mio. €, für viele fehlten formelle Verträge, die Dienstleistungen wie Schulinstandhaltung und Sicherheit betrafen.

PSOE-Sprecherin Carolina Gracia Diese Finanzentscheidungen wurden scharf kritisiert. Sie deutete an, dass es sich dabei um eine Reaktion auf den Druck des Rechnungshofs aufgrund wiederholter Zahlungsausfälle an Lieferanten handele. Sie behauptete, dass die derzeitige Regierung, wie auch frühere Regierungen, weiterhin Ausgaben ohne ordnungsgemäße Vergabeverfahren genehmige und damit erneutes finanzielles Missmanagement riskiere.

Gracia verwies auch auf historische Schulden, wie zum Beispiel eine 65 Millionen Euro Rückstand von früheren Regierungen hinterlassen und eine Darlehen in Höhe von 23.5 Mio. € noch immer zurückgezahlt. Sie warnte vor weitere 5 Millionen Euro in ausstehenden Zahlungen und kritisierte die Genehmigung einer Darlehen in Höhe von 41 Mio. € als Teil des Haushalts 2024, mit der Begründung, dass diese finanziellen Maßnahmen nicht auf eine effektive Regierungsführung zurückzuführen seien, sondern auf rechtliche Verpflichtungen im Zusammenhang mit den nach der Pandemie wieder eingeführten Ausgabenregeln.

Weitere Höhepunkte der Plenarsitzung

  • Auszeichnungen der örtlichen Polizei wurden einstimmig angenommen und sollen am September 8. Es kam jedoch zu Kontroversen über einen Empfänger – Kommissar José María Pomares, dem gleichzeitig disziplinarische Maßnahmen drohen.
  • Die PSOE-Antrag auf Misstrauensvotum für Vox-Stadtrat Mestre für die Vergangenheit fremdenfeindliche und homophobe Äußerungen gescheitert, mit der PP stimmt dagegen Mestre warf der Opposition vor, sich mit „ideologischen Lobbys“ zu verbünden.
  • Der Rat lehnte eine PSOE-Vorschlag eine Sonderkommission zu bilden, die die öffentliche Besorgnis über Mieten in der „Pink Panthers” Nachbarschaft, obwohl Stadtplanungsrat Matías Ruiz laufende Maßnahmen anerkannt.
  • Bildungsrat Vicente Pina ging auf die Sorgen hinsichtlich der Konvertierung von IES El Palmeral in ein Berufsbildungszentrum, mit der Begründung, dass kein Student würde ohne Praktikumsplatz bleiben.