• Drei Personen wurden festgenommen, gegen fünf weitere wurde ermittelt. Große Mengen Ayahuasca, Kambó-Froschsekrete, Exemplare des San-Pedro-Kaktus und andere psychoaktive Substanzen wurden beschlagnahmt.
  • Die Organisation bewarb ihre Dienstleistungen weltweit und zog Kunden aus der ganzen Welt an, hauptsächlich aus europäischen Ländern.

August 11, 2025 – Die spanische Guardia Civil hat drei Personen festgenommen und gegen fünf weitere ermittelt. Der Verdacht liegt auf einer Gruppe, die Drogenkonsum fördern soll. Die Gruppe soll online Pakete für „spirituelle Exerzitien“ verkauft haben, die in einer Villa in Pedreguer (Alicante) stattfanden und bei denen die Teilnehmer starke psychoaktive Substanzen konsumierten.

Während der Operation führten die Beamten zwei Durchsuchungen in ländlichen Anwesen in Pedreguer durch und beschlagnahmten:

  • 11 Liter Ayahuasca bereit zum Verzehr
  • 117 Exemplare des San Pedro Kaktus
  • Mehrere Flaschen mit Sekreten des Kambó-Frosches (Phyllomedusa bicolor)
  • 7 kg Mimose (Mimosa pudica)
  • 368 kg Samen der Steppenraute (Peganum harmala)
  • 945 Ritalin (Methylphenidat) Tabletten
  • Bargeld und umfangreiche Dokumentation

Die Ermittlungen begannen im März nach einer Beschwerde eines Opfers. Die Beamten stießen auf ein Unternehmen, das sich im Internet als international anerkannter Anbieter spiritueller Exerzitien präsentierte und als Beweis für seine Glaubwürdigkeit prestigeträchtige Auszeichnungen angab.

Die Retreats wurden als Pakete „traditioneller Heilmedizin“ mit Ayahuasca, San Pedro Kaktus und Kambó-Froschgift vermarktet. Massenhaft wurden Anzeigen geschaltet, die Kunden – vor allem aus europäischen Ländern – mit dem Versprechen einer „mystischen“ und „gesundheitsfördernden“ Erfahrung anlockten.

Luxuspakete über 1,000 €
Die Pakete umfassten mehrere Tage Unterkunft, Verpflegung und Medikamenteneinnahme. Die Preise variierten je nach Dauer – zwischen drei und fünf Tagen – und lagen im Durchschnitt bei über 1,000 Euro pro Person. Die Retreats fanden in Gruppen von bis zu 20 Teilnehmern statt und wurden während der sogenannten „Astralreisen“ von sechs Mitgliedern der Organisation betreut.

Die Ermittler stellten fest, dass jede Woche mehrere Klausuren mit einer großen Teilnehmerzahl stattfanden. Allein im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Gruppe schätzungsweise Hunderttausende Euro, den Großteil davon in nicht deklariertem Bargeld. Die Operation deckte zudem ein Netzwerk zahlreicher Bankkonten in verschiedenen Ländern auf, über die die Einnahmen verwaltet wurden.

Eine Durchsuchung fand in der Villa statt, in der die Exerzitien stattfanden. Die Räume für die „Astralreisen“ enthielten Dutzende von Betten, in denen bis zu 20 Klienten gleichzeitig von sechs Mitarbeitern die Substanzen verabreicht wurden. Es gab weder medizinische Geräte noch Sicherheitsvorkehrungen für den Fall einer Vergiftung. Zum Zeitpunkt der Razzia befanden sich 16 Gäste im Retreat.

Selbstgemachtes Labor für psychoaktive Gebräue
Die Gruppe hatte ein einfaches, unhygienisches Labor eingerichtet, um die pflanzlichen Getränke zuzubereiten, die den Kunden serviert wurden.

Die drei Festgenommenen – zwei Männer und eine 33-jährige Frau – gelten als Rädelsführer. Sie waren für die Werbung für die Gottesdienste, die Verwaltung der Finanzen und die Zubereitung der Substanzen verantwortlich. Die fünf anderen Verdächtigen, drei Männer und zwei Frauen, fungierten als „spirituelle Begleiter“, verabreichten die Drogen und begleiteten die Teilnehmer beim Konsum.

Allen acht wird Drogenhandel, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Die beschlagnahmten Substanzen wurden zur Toxizitätsanalyse an offizielle Labore geschickt.

Gefahr der Substanzen
Ayahuasca, San-Pedro-Kaktus, Kambó-Froschsekrete, Steppenraute und Mimosen sind natürlichen Ursprungs, aber hochgefährlich. Ihre Wirkung kann unvorhersehbar sein und je nach Stoffwechsel und eingenommener Menge variieren. Das Risiko steigt, wenn diese Substanzen ohne medizinische Ausbildung verabreicht und unter provisorischen Bedingungen zubereitet werden.

Die Operation wurde vom ROCA-Team von Calpe mit Unterstützung der Bürgersicherheitseinheiten des Kommandos Alicante unter der Leitung des Untersuchungsgerichts Nr. 1 von Denia durchgeführt.