Hunderte Bewohner von Playa Babilonia in Guardamar del Segura gingen diese Woche auf die Straße, um gegen den geplanten Abriss von 65 historischen Strandhäusern zu protestieren, der am 15. September beginnen soll. Auf dem Weg vom Strand zum Rathaus trugen die Demonstranten Transparente mit Slogans wie: „Was wäre, wenn es dein Haus wäre? Wir sind auch Teil dieser Stadt.“ Sie fordern einen Stopp der Abrissarbeiten, die ihrer Meinung nach nicht nur Familienhäuser, sondern auch einen wichtigen Teil des kulturellen und historischen Erbes der Stadt auslöschen würden.

Die niedrigen Häuser, die vor über einem Jahrhundert vom Ingenieur Francisco Mira – demselben Mann, der auch Guardamars berühmten Pinienwald entworfen hat – erbaut wurden, wurden jahrzehntelang von der Gemeinde für Tourismuskampagnen genutzt. Die Anwohner sagen, ihr einzigartiges Design sei Teil des ethnologischen Erbes und der Lebensart der Region, und drängen auf eine Anerkennung im neuen valencianischen Küstengesetz. Die Zuständigkeit für Spaniens maritimes Gebiet liegt jedoch bei der Zentralregierung, die sich weigert, die Konzessionen zu verlängern.

Nach Angaben des Ministeriums für ökologischen Wandel, unterstützt durch die Argumente des Staatsanwalts vor Gericht, trägt die Häuserreihe zur Stranderosion bei und macht die Grundstücke anfällig für Sturmschäden. Die Behörden argumentieren, dass durch den Abriss die Dünen wieder mit dem Kiefernwald verbunden und mehr als 600 Meter öffentlicher Strand wiederhergestellt werden könnten.

Die Anwohner, die den Fall seit 2018 vor dem spanischen Nationalgericht verhandeln, weisen diese Argumentation zurück. Sie behaupten, die wahre Ursache der Erosion liege in einem schlecht konzipierten Steg aus den 1990er Jahren an der Mündung des Flusses Segura, der den natürlichen Sedimentfluss, der einst den Strand von Babilonia auffüllte, unterbrach. Sie argumentieren außerdem, dass viele andere Küstenkonzessionen mit größeren Umweltauswirkungen verlängert worden seien.

Während des Protests kam es kurzzeitig zu Spannungen, als einige jüngere Demonstranten die Vorhalle des Rathauses betraten, andere sie jedoch zum Verlassen aufforderten. Die örtliche Polizei und die Guardia Civil beobachteten die Situation, die friedlich mit einem symbolischen gemeinsamen Schwimmen an der Stelle einer kürzlich abgerissenen Strandbar endete.

Bürgermeister José Luis Sáez (PSOE) hat wiederholt erklärt, dass die Abrisse auf verbindliche Gerichtsurteile zurückzuführen seien. Er wies auch auf den offensichtlichen Widerspruch hin, dass die Anwohner sowohl protestieren als auch eigene Abrisspläne einreichen, um Bußgelder und Kosten zu minimieren.

Bildnachweis_SOMOS Mediterrania