Chirurg in Alicante verhaftet, nachdem Vater nach Amputation zu Hause gestorben ist

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Der Vater wurde später in das Allgemeine Krankenhaus von Alicante verlegt, wo er am Dienstagnachmittag starb.
Der Vater wurde später in das Allgemeine Krankenhaus von Alicante verlegt, wo er am Dienstagnachmittag starb.

Ein 55-jähriger Herz-Kreislauf-Chirurg wurde in Alicante verhaftet, nachdem sein 94-jähriger Vater gestorben war. Er starb an einer Sepsis, nachdem ihm zu Hause mehrere Zehen amputiert worden waren.

Laut Polizei- und Justizquellen ereignete sich der Vorfall an einem langen Augustwochenende, als der ältere Herr, der normalerweise in einem Pflegeheim lebte, im Haus seines Sohnes wohnte.

Als er in die Wohnung zurückkehrte, bemerkte das Personal, dass ihm mehrere Zehen fehlten und seine Wunden schlecht versorgt waren. Alarmiert brachten sie ihn ins Krankenhaus Sant Joan, wo sich sein Zustand rapide verschlechterte. Später wurde er ins Allgemeine Krankenhaus Alicante verlegt, wo er am Dienstagnachmittag verstarb.

Die Ermittler stellten fest, dass das Opfer unter Kreislaufproblemen und ersten Anzeichen einer Wundbranderkrankung litt. Anstatt ihn in eine medizinische Einrichtung zu bringen, amputierte sein Sohn die betroffenen Zehen selbst in der Küche seines Hauses, im Beisein seiner jugendlichen Kinder.

Der Mangel an sterilen Bedingungen soll eine schwere Infektion verursacht haben, die sich rasch zu einer Sepsis entwickelte und durch das Alter und die Gebrechlichkeit des Patienten noch verschlimmert wurde.

Das Krankenhauspersonal wurde misstrauisch, als ein nicht identifizierter Angehöriger sich zunächst weigerte, Einzelheiten über den Zustand des Patienten preiszugeben. Der Fall wurde der Guardia Civil gemeldet, später übernahm jedoch die Nationalpolizei die Ermittlungen, da sich die Vorfälle in ihrem Zuständigkeitsbereich ereigneten.

Die Beamten bestätigten, dass dem Opfer an einem Fuß drei und am anderen zwei Zehen amputiert worden waren.

Nach dem Tod des Mannes nahmen Beamte der Mordkommission der Spezialeinheit für Gewaltkriminalität (UDEV) den Chirurgen fest.

Die Ermittler betonen, dass der Fall aufgrund seines beruflichen Hintergrunds als Herz-Kreislauf-Chirurg eher als vorsätzliche Tötung denn als einfache Fahrlässigkeit behandelt werden könne, da er sich der Risiken, die mit der Durchführung eines solchen Eingriffs außerhalb angemessener medizinischer Einrichtungen verbunden sind, voll bewusst war.

Die gerichtlichen Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, herauszufinden, warum der Arzt sich für eine Heimoperation seines Vaters entschied, eine Entscheidung, die sich letztlich als fatal erwies.