Die jüngste Entscheidung der Parteien PP und Vox im valencianischen Parlament, statistische Daten für die einheimische und die eingewanderte Bevölkerung zu trennen, hat bei sozialen Organisationen und wissenschaftlichen Experten große Besorgnis ausgelöst. Während einige argumentieren, diese Differenzierung könne Aufschluss über politische Bedürfnisse geben, befürchten viele, sie führe eher zu verstärkten Vorurteilen als zu mehr Verständnis.
Organisationen wie Cáritas betonen, dass Daten nützlich sein können, wenn sie ethisch korrekt eingesetzt werden, um das Wohlergehen der Bürger zu verbessern. Ihr Generalsekretär in Alicante, Javier Ruvira, warnt jedoch davor, Statistiken zu instrumentalisieren, um zu suggerieren, dass Einwanderer negative Auswirkungen hätten. Er betont, dass öffentliche Institutionen die rechtliche und moralische Pflicht hätten, alle Bürger zu unterstützen. Er weist auch darauf hin, dass die meisten Menschen in Armut zwar Spanier seien, Einwanderer jedoch aufgrund von Barrieren bei der Arbeitssuche und beim Zugang zu Dienstleistungen oft höheren Risiken ausgesetzt seien.
Migrantenhilfsorganisationen wie CEAR warnen, dass eine solche statistische Trennung Einwanderer stigmatisieren, den sozialen Zusammenhalt schwächen und diskriminierende Einstellungen legitimieren könnte. Sie betonen, dass Migranten einen erheblichen Beitrag zur kulturellen Vielfalt, zur Wirtschaft und zur Erwerbsbevölkerung Spaniens leisten und oft wichtige Arbeitsplätze in der Landwirtschaft, im Gesundheits- und Pflegebereich übernehmen – Sektoren, die für die Entwicklung des Landes von entscheidender Bedeutung sind.
Pedro Juan Díaz, Direktor der ASTI, argumentiert, dass die Maßnahme zwar diskriminierend sei, aber letztlich die Wahrheit ans Licht bringen könnte: Einwanderer seien keine Belastung, sondern ein wertvoller Teil der Gesellschaft. Ihre Arbeit stütze die Wirtschaft, erhalte Rentensysteme und revitalisiere ländliche und alternde Gemeinden.
Auch Wissenschaftler äußern ähnliche Bedenken. Carlos Gómez Gil, Professor für Soziologie an der Universität Alicante, betont, dass Migration historisch gesehen Innovation, Fortschritt und Wohlstand vorantreibt. Er kritisiert Versuche, demografische Realitäten zu vereinfachen, und erinnert daran, dass wissenschaftliche Untersuchungen die positive Rolle der Migration für soziales und wirtschaftliches Wachstum eindeutig bestätigen.
Alfonso Ortega, Professor an der UMH, stimmt zu, dass differenzierte Daten die Politikgestaltung verbessern können, wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt werden. Er betont, dass solche Informationen der Integration und Unterstützung von Migranten dienen müssen – und nicht der Spaltung der Gesellschaft oder der Förderung von Fremdenfeindlichkeit.
Im Gesundheitssektor räumen Experten ein, dass Migranten aufgrund ihrer Umstände möglicherweise größere Bedürfnisse haben, dass die Berücksichtigung dieser Bedürfnisse jedoch die öffentliche Gesundheit aller stärkt.
Letztendlich ist Migration ein natürlicher und bereichernder Teil der spanischen Geschichte. Anstatt Ängste zu schüren, sollte die Gesellschaft die Chancen nutzen, die Einwanderer mit sich bringen – Vielfalt, Widerstandsfähigkeit, Arbeit, Innovation und kultureller Reichtum – wesentliche Voraussetzungen für Spaniens Zukunft.












