Der „verzweifelte“ Plan, junge Leute in der Stadt zu halten
Die Jugendlichen von Benijófar packen ihre Sachen und gehen – und der Bürgermeister hat sich einen verzweifelten Plan ausgedacht, um sie zum Bleiben zu bewegen.
Die kleine Stadt Alicante, einst von Orangenhainen umgeben, hat sich zu einem begehrten Immobilienstandort für wohlhabende Ausländer entwickelt. Luxusvillen werden mittlerweile für bis zu 700,000 € verkauft, und die Preise sind auf 3,112 € pro Quadratmeter gestiegen – einer der höchsten in der Provinz.
Die Hälfte der Einwohner sind Ausländer, hauptsächlich aus Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien. Für Einheimische unter 40 Jahren ist der Hausbesitz hier kaum mehr als ein Traum.
Bürgermeister Luis Rodríguez bietet also etwas Unerhörtes an: kostenloses Land.
Die Stadtverwaltung übergibt ein 4,500 Quadratmeter großes Grundstück im Stadtzentrum, aufgeteilt in 30 kleine Parzellen. Der Haken? Man muss unter 40 sein, in Benijófar wohnen und das Haus selbst bauen.
Jedes Haus muss denselben Gestaltungsrichtlinien folgen, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten, das Grundstück selbst ist jedoch kostenlos. Anstelle des Eigentums erhalten die Bewohner einen 75-jährigen Pachtvertrag von der Gemeinde.
„Das Grundstück liegt mitten in der Stadt“, sagt Rodríguez. „Auf der anderen Straßenseite kosten Häuser 350,000 Euro. Hier geben wir jungen Leuten eine echte Chance, hier zu bleiben.“
Der Bürgermeister führt außerdem Gespräche mit lokalen Banken, um die Finanzierung von Hypotheken zu sichern, da die Käufer das Land formal nicht besitzen werden. Er schätzt, dass der Bau eines durchschnittlichen zweistöckigen Hauses etwa 150,000 € kosten wird.
Ein Schub für bezahlbaren Wohnraum
Doch damit nicht genug. Benijófar hat sich außerdem dem „Vive Comunitat Valenciana Plan“ angeschlossen, einem regionalen Programm zur Förderung von bezahlbarem Wohnraum.
Durch eine neue Vereinbarung mit der Valencianischen Wohnungs- und Grundstücksgesellschaft (EVHA) wird ein weiteres 1,900 Quadratmeter großes Grundstück für den Bau von rund 30 subventionierten Wohnungen übergeben.
Die Bauunternehmen werden die Arbeiten im Austausch für einen Anteil an den fertigen Immobilien durchführen, die in den Bestand an bezahlbaren Mietwohnungen der Region aufgenommen werden.
„Die Idee ist, Wohnraum wieder bezahlbar zu machen“, sagte EVHA-Direktorin Estefanía Martínez. „Wir arbeiten mit lokalen Behörden und privaten Bauunternehmen zusammen, um dies zu erreichen.“
In der gesamten Region haben sich bereits mehr als 300 Städte und Gemeinden angemeldet, um 10,000 neue, bezahlbare Wohnungen zu schaffen.
Für Benijófar ist es eine Lebensader – und für seine jungen Bewohner vielleicht die letzte Chance, es ihr Zuhause nennen zu können.












