
Nach dem ersten Auftreten der Afrikanischen Schweinepest seit über drei Jahrzehnten hat Großbritannien ein sofortiges Einfuhrverbot für Schweinefleisch aus Spanien verhängt.
Das spanische Umweltministerium (Defra) bestätigte, dass sämtliches frisches Schweinefleisch aus Spanien bis auf Weiteres an der Grenzkontrolle zurückgehalten wird, da die Behörden auf den Ausbruch reagieren, der bei Wildschweinen in der Nähe von Barcelona festgestellt wurde.
Die Afrikanische Schweinepest ist ein für Schweine und Wildschweine tödliches Virus, das für Menschen jedoch ungefährlich ist. Da es hoch ansteckend ist und weder Impfstoff noch Heilmittel gibt, führen Ausbrüche häufig zu Massentötungen. Das Virus kann in Produkten wie Schinken, Speck und Würstchen überleben.
Die spanische Regierung hat in Katalonien, einer wichtigen Region der Schweinezucht, Notfallmaßnahmen aktiviert. Landwirtschaftsminister Luis Planas gab bekannt, dass rund ein Drittel der spanischen Schweinefleisch-Exportzertifikate – etwa 130 von 400 – gesperrt wurden, was Auswirkungen auf Exporte in 104 Länder hat.
Das Virus breitet sich in ganz Europa aus, stört die Märkte und führt zu Verboten. Deutschland sah sich 2020 mit erheblichen Handelsbeschränkungen konfrontiert, und Kroatien kämpfte in den letzten Monaten mit Ausbrüchen.
Spanien, Europas größter Schweinefleischproduzent, hatte die Krankheit seit 1994 in seinen heimischen Beständen nicht mehr beobachtet. Der jüngste Fall bedroht nun die 8 Milliarden Euro schwere Schweinefleischindustrie und wichtige Exportmärkte. Taiwan hat bereits alle spanischen Schweinefleischimporte verboten, und China schränkt Berichten zufolge Lieferungen aus der Provinz Barcelona ein.
Die Behörden in Großbritannien und der EU beobachten die Situation im Zuge des Ausbruchs weiterhin aufmerksam.












