Chirurg in Murcia wegen mutmaßlicher Vergewaltigung einer narkotisierten Patientin verhaftet

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Die Krankenhausleitung betonte, dass es sich bei dem Arzt um einen externen Berater handelte und dass der Operationssaal für den Eingriff angemietet worden war, was gängige Praxis sei.
Die Krankenhausleitung betonte, dass es sich bei dem Arzt um einen externen Berater handelte und dass der Operationssaal für den Eingriff angemietet worden war, was gängige Praxis sei.

Die Behörden von Murcia haben einen plastischen Chirurgen festgenommen, der im Verdacht steht, eine Patientin unter Narkose in einem privaten Operationssaal sexuell missbraucht zu haben. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Donnerstag im Krankenhaus IMED Virgen de la Fuensanta in Murcia. Die Frau, die sich einer Brustvergrößerung unterziehen sollte, war sediert.

Zwei anwesende Krankenschwestern im Operationssaal bemerkten angeblich ein Verhalten des Arztes, das sie als sexuell empfanden, und filmten den mutmaßlichen Übergriff mit einem Mobiltelefon.

Das Video, das sich nun im Besitz des Untersuchungsrichters befindet, zeigt, wie der Chirurg die fixierte Patientin angeblich penetriert. Nach dem Vorfall informierten die Krankenschwestern zunächst die Krankenhausleitung, bevor sie die Polizei einschalteten.

Der Fall wurde anschließend zur Untersuchung an die Familien- und Frauenhilfeeinheit (UFAM) weitergeleitet.

Nachdem die Identität des Verdächtigen bestätigt worden war, nahm die Polizei ihn im Haus seiner Mutter in Alicante fest. Anschließend verbrachte er drei Nächte in Polizeigewahrsam, bevor er vor dem Gericht Nr. 4 in Molina de Segura erschien.

Während seiner Anhörung machte er von seinem Recht zu schweigen Gebrauch. Angesichts der Schwere der Vorwürfe und der Beweislage ordnete der Richter seine Untersuchungshaft ohne Kaution an. Die Behörden verwiesen auf die Fluchtgefahr und wiesen darauf hin, dass der Chirurg amerikanischer Herkunft ist und eine Klinik in Madrid betreibt.

Die Krankenhausleitung betonte, dass es sich bei dem Arzt um einen externen Berater handelte und der Operationssaal für den Eingriff angemietet worden war – ein gängiges Vorgehen. IMED Virgen de la Fuensanta hob seine uneingeschränkte Kooperation mit den Justizbehörden hervor und erklärte, dass es sich dem Verfahren als Kläger anschließen werde, sofern dies nicht den Interessen des Opfers widerspreche.

Der mutmaßliche Täter, der sich online als „Spezialist für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie“ bezeichnet, gibt 15 Jahre Berufserfahrung an und führt Ausbildungen in Spanien, Brasilien, Kanada, Taiwan und Mexiko an. Er soll Operationen in Murcia, der Region Valencia und Madrid durchgeführt haben und ist in den sozialen Medien, insbesondere auf Instagram und Facebook, sehr präsent, wo er Videos teilt, in denen er seine Eingriffe erklärt.

Das Opfer, eine Frau mittleren Alters, hat sich für eine Klage entschieden, wodurch das Verfahren fortgesetzt werden kann. Ermittler und Krankenhausmitarbeiter haben bereits als Zeugen ausgesagt. Die Behörden prüfen die Beweise weiterhin im Rahmen des Gerichtsverfahrens.

Foto von Anna Shvets: Pexels