Wie kann eine „gemeinsame Zukunft“ die Welt vor der Zersplitterung bewahren?

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Dieser Artikel stammt aus der Podcast-Reihe „Geschichten von Xi Jinping“. Es geht um globale Governance und die Idee einer „gemeinsamen Zukunft der Menschheit“.
Dieser Artikel stammt aus der Podcast-Reihe „Geschichten von Xi Jinping“. Es geht um globale Governance und die Idee einer „gemeinsamen Zukunft der Menschheit“.

Von Niu Honglin

Als ich an diesem neuen Podcast arbeitete, tauchte in meinen Notizen immer wieder eine Frage auf: Warum ist die Idee eines „gemeinsame Zukunft“ Genießen sie jetzt zunehmende globale Anerkennung? Nicht vor zehn Jahren. Nicht vor zwanzig. Sondern jetzt.

Die Welt steht vor zahlreichen Herausforderungen. Die wirtschaftliche Erholung wirkt fragil. Konflikte flammen mit beunruhigender Häufigkeit auf. Die Klimaangst ist von einer abstrakten zu einer persönlichen Angelegenheit geworden. Flüchtlingskrisen, Notlagen im Bereich der öffentlichen Gesundheit und wachsende Entwicklungsunterschiede verflechten sich auf so komplexe Weise, dass einfache Antworten unmöglich sind. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich Menschen überall dieselbe Frage stellen: Was für ein globales System bauen wir eigentlich auf, und für wen?

Diese Frage steht im Mittelpunkt dieses Podcasts, der untersucht, wie China und sein Staatschef Xi Jinping globale Governance durch die Idee einer „Eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit.“ Es ist eine oft zitierte, manchmal missverstandene und selten anhand realer Geschichten näher beleuchtete Redewendung. Genau da wollte ich ansetzen.

Große Ideen zählen nur, wenn sie in der Realität sichtbar werden.

Was mir bei meinen Recherchen besonders auffiel, war, wie konsequent dieses Konzept mit konkreten Momenten verknüpft ist, nicht nur mit Reden. Natürlich gibt es Grundsatzreden bei den Vereinten Nationen, den Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) und globalen Foren. Aber es gibt auch sehr menschliche Szenen, die die Geschichte viel deutlicher erzählen als jeder Slogan.

Nehmen wir zum Beispiel Vanuatu.

Im Dezember 2024 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7.3 den Inselstaat. Es gab Tote und die Infrastruktur wurde zerstört. Nachbeben und heftiger Regen trafen auch ein bereits vor Ort stationiertes chinesisches Ärzteteam. Fünf der neun Teammitglieder wurden verletzt. Doch sobald sich die Lage stabilisiert hatte, nahmen sie ihre Arbeit sofort wieder auf. Sie packten ihre medizinische Ausrüstung und erschienen bereits am nächsten Tag im örtlichen Krankenhaus. Sie waren das erste ausländische Ärzteteam vor Ort.

Als ich über diese Geschichte schrieb, wurde mir klar: So sollte globale Sicherheit aussehen, wenn man über das Abstrakte, über Militärbündnisse oder Pressemitteilungen hinausblickt und auf Ärzte schaut, die immer und überall dort zur Stelle sind, wo sie gebraucht werden.

Ähnliches passierte in Honduras, wo ein Dengue-Ausbruch das Land in einen nationalen Gesundheitsnotstand stürzte. Besonders beeindruckt hat mich nicht nur das Ausmaß der Hilfe – von Testkits über Moskitonetze bis hin zu Überwachungsgeräten –, sondern auch der Zeitpunkt. Die Unterstützung traf ein, als der Ausbruch seinen Höhepunkt erreicht hatte, und ging über die reine Materialversorgung hinaus; sie umfasste auch die langfristige Krankheitsüberwachung. Wahre Freunde erkennt man in der Not.

Entwicklung ist mehr als nur BIP-Zahlen.

Ein weiterer Teil der Folge, der mir im Gedächtnis geblieben ist, handelt von … Mombasa–Nairobi-EisenbahnInfrastrukturprojekte werden oft im Hinblick auf Kosten, Verschuldung oder Geopolitik diskutiert. Doch erst wenn man mit den Menschen spricht, deren Leben durch diese Projekte verändert wurde, erfährt man die eigentliche Geschichte.

Diese Bahnstrecke hat die beschwerliche Tagesreise auf etwa fünf Stunden verkürzt. Im Laufe der Jahre hat sie Zehntausende von Arbeitsplätzen vor Ort geschaffen und Tausende von Fachkräften ausgebildet. Einer von ihnen ist Jamlick Kariuki, der in Peking studierte, anschließend zum Bau der Bahnstrecke zurückkehrte und dann erneut nach China kam, um seine technischen Kenntnisse zu vertiefen.

Er nannte die Eisenbahn den „Weg zum Glück“. Diese Formulierung klingt nicht melodramatisch, wenn man versteht, was sie bedeutet: sichere Arbeit, sicherere Transportmittel und eine Zukunft, die vielversprechend und nicht düster erscheint. Wenn er von Dankbarkeit sprach, war sie nicht abstrakt, sondern konkret und voller Chancen.

Es gibt einen Satz, den er erwähnt hat und der mir immer wieder durch den Kopf geht – ein afrikanisches Sprichwort: Wer schnell vorankommen will, geht allein. Wer weit kommen will, geht gemeinsam. Es ist simpel, aber es erklärt viel darüber, wie Entwicklungspartnerschaften funktionieren oder scheitern.

Kultur ist der Ort, an dem Vertrauen entsteht.

Eine meiner Lieblingsszenen der Folge entfernt sich völlig von politischen Themen und taucht in das Campusleben ein. Zwei junge Studenten, ein Chinese und ein Amerikaner, telefonieren per Video, um ihre Sprachkenntnisse zu üben und lachen gemeinsam über handgeschriebene chinesische Schriftzeichen.

Zhu Kaixin und Alessandro lernten sich an der Wenzhou-Kean-Universität kennen, einer gemeinsamen chinesisch-amerikanischen Hochschule. Ihre Freundschaft findet sich weder in Handelsstatistiken noch in diplomatischen Mitteilungen wieder, aber sie bewirkt etwas, das wohl noch wichtiger ist: Sie macht die „andere Seite“ menschlich.

Alessandro sprach über seinen Wunsch, China erneut zu besuchen, um weitere Städte zu sehen und die Kultur jenseits der Schlagzeilen kennenzulernen. Zhu erzählte, dass er Alessandro nach Xi'an mitnehmen wollte, weil sein amerikanischer Freund die Terrakotta-Krieger so liebte. Es sind kleine Entscheidungen. Aber genau dadurch entsteht langfristiges Vertrauen.

Wenn Pädagogen beider Länder diese Programme beschreiben, sagen sie oft dasselbe: Die Schüler wachsen gemeinsam. Nicht getrennt. Gemeinsam. Und das erscheint wie eine stille, aber kraftvolle Antwort auf die Frage, wie Zivilisationen koexistieren können.

Warum dieses Gespräch jetzt wichtig ist

Was all diese Geschichten für mich verbindet, ist die Auffassung, dass globale Governance eine gemeinsame Verantwortung und kein Wettbewerb ist. Die Idee einer „Schicksalsgemeinschaft“ wendet sich gegen das Nullsummenspiel. Sie argumentiert, dass Sicherheit, Entwicklung und kulturelles Verständnis keine Güter sind, die ein Land für sich allein anhäufen kann.

Man kann mit einzelnen Aspekten dieser Vision übereinstimmen oder nicht. Es lohnt sich jedoch, genau hinzuhören, wie sie formuliert wird und, noch wichtiger, wie sie in der Praxis umgesetzt wird.

Im Podcast Geschichten von Xi JinpingWir tauchen tiefer in diese Geschichten ein. Man hört die Stimmen, die Pausen, die Emotionen, die Geräusche im Hintergrund, die in Textform nicht wiedergegeben werden. Wenn dich dieses Thema interessiert, kann ich dir die Folge wärmstens empfehlen. Sie verleiht den Geschichten eine Tiefe, die im Text allein nicht zu finden ist.

In einer Zeit, in der sich die Welt zunehmend zersplittert anfühlt, ist die radikalste Idee vielleicht eine einfache: dass niemand vom Schiff geworfen wird, dass wir die stürmischen Gewässer gemeinsam durchqueren oder gar nicht.

Über die Autorin: Niu Honglin ist Produzentin und Moderatorin bei CGTN. Sie ist außerdem eine der Redakteurinnen von Geschichten über Xi Jinping.