Alicante macht sich in Madrid bemerkbar. Am Mittwoch übergab der neu ernannte Präsident der valencianischen Regionalregierung, Juanfran Pérez Llorca, Premierminister Pedro Sánchez einen 100-Punkte-Plan, in dem er die wichtigsten Prioritäten der Provinz hervorhob: Wassermanagement, Schieneninfrastruktur und die Förderung strategischer Industrien.
Die Vorschläge folgen auf die verheerenden Überschwemmungen. Die Einrichtung einer gemeinsamen Kommission zur Koordinierung des Wiederaufbaus ist ein Zeichen der Zusammenarbeit zwischen regionalen und nationalen Behörden. Pérez Llorca stellte jedoch klar, dass Alicante weiterhin viel zu tun hat und viele dringende Bedürfnisse noch ungelöst sind.
Wasser: Eine zentrale Priorität
Wasser steht ganz oben auf der Liste. Der Plan sieht eine gründliche, wissenschaftlich fundierte Studie zur Wasserüberleitung zwischen Tejo und Segura, die Einrichtung eines Dialogforums für die betroffenen Regionen sowie einen nationalen Wasserpakt vor, der auf den Prinzipien der Fairness und Solidarität basiert. Zudem wird die Gründung einer staatlichen Wasserbehörde vorgeschlagen, deren Hauptsitz möglicherweise im Mittelmeerraum liegt.
Speziell für Alicante drängt die Generalitat Madrid zu Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro in zwei Kläranlagenprojekte – Rincón de León und Monte Orgegia –, die 26 Kubikmeter Bewässerungswasser liefern würden. Dringende Reparaturen sind auch am San-Diego-Stausee erforderlich, der für den Wassertransport zwischen Júcar und Vinalopó von entscheidender Bedeutung ist. Die Hochwasserschutzmaßnahmen in den Abanilla-Schluchten und den umliegenden Gebirgszügen sind seit den Überschwemmungen der Vega Baja im Jahr 2019 noch immer nicht abgeschlossen.
Bahn- und Flughafenanbindung
Die Schieneninfrastruktur ist ein weiterer Schwerpunkt. Zu den wichtigsten Projekten gehören:
- Fertigstellung der Abschnitte des Mittelmeerkorridors, die Alicante verbinden
- Elektrifizierung und Umstellung auf Normalspur auf der Strecke Alicante-Murcia
- Eine Umgehungsstraße um den Flughafen Alicante und eine neue zweigleisige Zufahrtsstraße zur Stadt
- Spezielle Frachtlinien über den Korridor Crevillent–Elche–Carrús
Der Plan sieht außerdem eine Erweiterung der Flughäfen Valencia und Alicante-Elche vor und hebt dabei das Fehlen eines Schienenanschlusses am Flughafen Alicante hervor – derzeit Europas größter Flughafen ohne solchen Anschluss.
Ankurbelung der Wirtschaft von Alicante
Die produktiven Sektoren Alicantes spielen eine wichtige Rolle. Das Luft- und Raumfahrtzentrum Espai Aero und Unternehmen wie PLD Space in Elche bemühen sich um staatliche Unterstützung. Textilien und Schuhe – traditionelle Säulen der Provinzwirtschaft – sollen den Status eines strategischen Sektors erhalten, um Zugang zu PERTE- und Übergangsmitteln zu erhalten. Auch Tourismus und Fischerei werden hervorgehoben, darunter Aktualisierungen des Imserso-Programms in Benidorm und das Engagement der EU für die Fischerei im Mittelmeer, insbesondere in Santa Pola.
Auch der audiovisuelle Sektor wird nicht vernachlässigt. Das Dokument fordert eine Erhöhung der Fördermittel, um Ciudad de la Luz als regionales Produktionszentrum zu stärken und eine wahrgenommene Benachteiligung bei der Ressourcenverteilung auszugleichen.
Kultur und Kulturerbe
Schließlich beinhaltet der Plan auch symbolische Gesten, die mit dem Erbe Alicantes verbunden sind: die Umbenennung des Bahnhofs von Alicante nach dem Künstler Eusebio Sempere, die Sicherung technischer Gutachten über die Dame von Elche durch eine vorübergehende Verlegung und die Rückgabe des historischen „Llibre dels Repartiments“ nach Orihuela.
Weiter denken
Pérez Llorca betonte, dass diese Vorschläge mehr als nur eine PR-Aktion seien. Die Gemeinsame Kommission für den Wiederaufbau nach der Flut wird Madrids Engagement auf die Probe stellen. Alicantes Prioritäten – Finanzierung, Wasser und Infrastruktur – stehen weiterhin im Mittelpunkt der regionalen Politik, und die Provinz wird genau beobachten, ob den Worten Taten folgen.











