In einer Jahreszeit, in der Unwetter besonders häufig auftreten, warnen Experten davor, dass ein gängiges Haushaltsgerät besonders anfällig für durch Blitzeinschläge verursachte Stromstöße ist.

Gewitter sind mehr als nur ein spektakuläres Donner- und Blitzspektakel – sie stellen auch eine ernsthafte Gefahr für die Hauselektrik dar. Experten warnen davor, dass Gewitter starke Spannungsspitzen erzeugen können, die elektronische Geräte sofort und kostspielig beschädigen. Laut mehreren Studien sind mehr als die Hälfte aller Schäden in Wohnhäusern – rund 53 % – auf wetterbedingte Ereignisse zurückzuführen.

Die größte Gefahr geht von Blitzeinschlägen aus, die elektrische Überspannungen verursachen können, die weit über die Belastbarkeit der meisten Haushaltsgeräte hinausgehen. In vielen Fällen sind die Schäden sofort und irreparabel.

Die versteckte Gefahr von Spannungsspitzen

Wenn ein Blitz in eine Stromleitung, eine Freileitung oder nahegelegene Infrastruktur einschlägt, wird eine enorme Energiemenge freigesetzt. Diese Energie kann sich als Spannungsstoß durch Stromnetze ausbreiten und angeschlossene Geräte zerstören. Auch ohne direkten Blitzeinschlag sind Wohnhäuser gefährdet: Die Wiederherstellung der Stromversorgung nach einem Ausfall kann zu sogenannten „elektrischen Peitschenhieben“ führen, wodurch plötzliche Spannungsspitzen durch die Leitungen geleitet werden, die Leiterplatten und interne Bauteile beschädigen können.

Während viele Geräte so konstruiert sind, dass sie kleinere Schwankungen tolerieren, sagen Experten, dass einige Geräte weitaus empfindlicher sind als andere – insbesondere solche mit empfindlichen elektronischen Bauteilen.

Fernseher stehen ganz oben auf der Risikoliste

Moderne Fernsehgeräte, darunter LED-, QLED- und OLED-Modelle, zählen bei Gewittern zu den anfälligsten Haushaltsgeräten. Experten weisen darauf hin, dass ihre hochempfindlichen Netzteile sie besonders anfällig für Schäden durch Spannungsspitzen machen.

Das Risiko steigt zusätzlich, wenn Fernsehgeräte ohne ausreichenden Schutz an eine gemeinsame Antenne angeschlossen sind. Zu den weiteren risikoreichen Elektronikgeräten zählen Desktop-Computer, Laptops, Modems, WLAN-Router, Set-Top-Boxen und Videospielkonsolen.

Eine vollständige Trennung vom Netz ist die sicherste Option.

Bei einem Gewitter mit starker Blitzaktivität ist Experten sich einig, dass die sicherste und wirksamste Maßnahme die vollständige physische Trennung vom Stromnetz ist. Das bloße Ausschalten eines Fernsehers oder eines Geräts per Fernbedienung bietet keinen ausreichenden Schutz.

Für maximale Sicherheit empfehlen Experten drei wichtige Schritte:

  • Ziehen Sie den Netzstecker des Geräts aus der Steckdose.
  • Trennen Sie alle Peripheriekabel, wie z. B. HDMI-Kabel, die mit Konsolen oder Set-Top-Boxen verbunden sind.
  • Entfernen Sie die Antennen- oder Kabelanschlüsse, da diese ebenfalls gefährliche Spannungsspitzen übertragen können.

Experten raten außerdem davon ab, elektronische Geräte während eines Sturms zu benutzen.

Zusätzliche Schutzschichten

Obwohl das Trennen vom Stromnetz nach wie vor der zuverlässigste Schutz ist, können zusätzliche Schutzsysteme das Risiko verringern, wenn dies nicht möglich ist. Überspannungsschutzgeräte, auch Überlastschutz genannt, werden häufig empfohlen, um überschüssige Spannung abzuleiten oder zu absorbieren, bevor sie empfindliche Elektronik erreicht.

Überspannungsschutzleisten der Klasse 3 bieten Schutz für Geräte wie Fernseher, Computer und Router direkt am Einsatzort. Experten betonen jedoch, dass diese nur als ergänzende Maßnahme und nicht als Komplettlösung zu betrachten sind. Für einen umfassenderen Schutz sollten Überspannungsschutzleisten der Klasse 3 zusammen mit Überspannungsschutzleisten der Klassen 1 und 2 verwendet werden, die im Hauptverteilerkasten des Hauses installiert sind.

Für kritische Geräte wie Computer und Server empfehlen Experten unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme (USV). Hochwertige USV-Anlagen bieten einen besseren Schutz vor durch Blitzeinschläge verursachten Überspannungen, die herkömmliche Überspannungsschutzgeräte überfordern können.

Schließlich ist eine ordnungsgemäße Erdung der elektrischen Anlage unerlässlich. Ohne eine wirksame Erdung können Überspannungsschutzgeräte überschüssige Energie nicht sicher ableiten, wodurch Haushaltsgeräte bei schweren Gewittern ungeschützt bleiben.