Entschuldigen Sie, aber ich stehe hier wohl ziemlich allein da. Ich habe noch nie jemanden etwas Schlechtes über einen Regenschirm sagen hören. Selbst wenn man dicht gedrängt im Regen auf der Tribüne eines Fußballspiels steht und der Sitznachbar einem den Regen aus seinem Schirm auf den Kopf spritzt – und alle scheinen das in Ordnung zu finden; oder die Frau vor einem, die einem das Spiel mit viel Ton, aber ohne Bild präsentiert und bei der man nie weiß, wann man einen Hieb abbekommt (meistens nach einem Tor).
An dieser Stelle sollte ich wohl akzeptieren, dass die Hauptvorteile eines Regenschirms darin bestehen, einen tragbaren und vielseitigen Schutz vor Regen, Schnee oder Sonne zu bieten.
Dennoch, und obwohl ich seine Nützlichkeit anerkenne, muss ich erst noch überzeugt werden, bevor ich ein Fan werde. Einst galt der Regenschirm als Luxusartikel und war in der Regel dem Adel vorbehalten, und meiner Meinung nach hätten sie auch dem Adel vorbehalten bleiben sollen. Vielleicht hängt meine Abneigung gegen Regenschirme damit zusammen, dass es keine Bedienungsanleitung gibt und ich nie gelernt habe, sie richtig zu benutzen.
Ich besaß bis vor Kurzem einen Herrenregenschirm (nicht, dass ich sexistisch wäre – aber es gibt einen Unterschied) – und mein Haus war voll davon. Jedenfalls lag dieser hier, mein persönlicher, tragbarer Schutzschirm, im Kofferraum (in Kanada heißt er „Trunk“) und war etwa zwanzig Jahre alt, ohne jemals benutzt worden zu sein. Ich habe fünf oder sechs Mal das Auto gewechselt, aber dieser Regenschirm war immer dabei. Bis zu jenem Morgen letzten Monat…
Als ich zu einer Beerdigung kam und keinen Parkplatz in der Nähe der Kirche fand, hielt ich etwa 500 Meter weiter die Straße hinauf im strömenden Regen an. „Na toll“, dachte ich, „jetzt kommt der Regenschirm.“ Kofferraumklappe auf und großer Regenschirm hervorgeholt. Ich war klatschnass, als ich ihn endlich aufgespannt hatte, und dann stülpte ein plötzlicher Regenschauer ihn um.
Eine ältere Dame und ihre Teenager-Tochter kamen mir zu Hilfe und versuchten, das Ding wieder in Gang zu bringen. Schließlich funktionierte es wieder einwandfrei, wobei drei Ratten klatschnass zurückblieben … zwei davon völlig unschuldige Opfer. (Nochmals vielen Dank!) Meine Helfer zeigten mir, wie man den Regenschirm mit dem silbernen Knopf öffnet und schließt. Jetzt habe ich es wenigstens raus …
Ich erreichte die Tür am langen Kirchenschiff, drückte den Knopf, faltete meinen Regenschirm zusammen und war drin. Hier fühlte ich mich sofort wie zu Hause, denn an der Wand standen ein Dutzend Regenschirme, zu denen auch meiner hinzukam. Ich blieb gleich hinter der Tür stehen, da meine Hose zu nass zum Sitzen war.
Wir traten hinaus, um unsere Ehre zu erweisen. Ich fummelte mit meinem Regenschirm herum und fragte dann eine Freundin, ob sie ihn öffnen könne. Und was soll ich sagen, als ich zum Auto zurückging: Der Regen hörte auf.
Ich drückte den Knopf, aber nichts passierte. Ich drückte so lange, bis mir die Daumen wehtaten, und dann tat ich, was jeder Mann tun würde: Ich rammte das Auto in den Kofferraum und knallte den Deckel zu.
Am nächsten Tag, diesmal deutlich gelassener, öffnete ich den Kofferraum und versuchte es erneut. Da nichts passierte, versuchte ich, den Regenschirm so herauszuholen, wie er war. (Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass der Kofferraum halb voll war, bevor ich ihn hineingelegt hatte.) Wer schon mal versucht hat, einen Kabelbinder zu lösen oder einen Angelhaken zu entfernen … der kann sich das vorstellen. Schließlich verlor ich die Geduld und quetschte den Regenschirm mit derselben Gewalt heraus, mit der ich ihn am Vortag hineingequetscht hatte.
Nun ragten Rippen aus Stahldraht in alle Richtungen und Bänder aus wasserdichtem Stoff flatterten im Wind.
Genau in diesem Moment kam Frau Dummkopf heraus, um nach dem Rechten zu sehen. Mitten in ihrem Kommentar betrachtete ich den nun blanken Schaft des Regenschirms und sah, dass er einen Ringstopper und einen Auslöseknopf hatte. Noch seltsamer war, dass der silberne Knopf schwarz geworden war. Gerade als mir die Erkenntnis dämmerte, fragte Frau Dummkopf: „Woher hast du den Regenschirm und was ist hier los?“
Ich saß in der Falle und musste zugeben, dass ich den Regenschirm von jemand anderem von der Veranda der Kirche mitgebracht hatte! Das Wort „Regenschirm“ kommt vom lateinischen „umbra“, was „Schatten“ bedeutet, und „umbel“, was „Blume“ bedeutet. Im Moment war alles nur Schatten…
MELDUNG AN DIE JUNGS: Versucht niemals, einen geöffneten Regenschirm mit einem Vorschlaghammer auseinanderzunehmen. Das funktioniert nicht – und ihr verletzt euch nur selbst.
Vergiss nicht
Manche Menschen erreichen Großes, andere werden groß geboren und einigen wenigen wird Größe zuteil. Der Rest von uns hält sich einfach nur für großartig.












