Der ehemalige spanische König Juan Carlos I. hat eine freimütige und kontroverse Autobiografie veröffentlicht, die intime Details aus seinem Leben, seiner Regierungszeit und seinen Skandalen enthüllt.
Das 512-seitige Buch, das in Zusammenarbeit mit der französischen Autorin Laurence Debray verfasst wurde und in Frankreich unter dem Titel erschien Juan Carlos I. d'Espagne: Versöhnung, fällt mit dem 50. Jahrestag des Todes von Francisco Franco und der Restauration der spanischen Monarchie zusammen.
Darin schildert Juan Carlos Schlüsselmomente, die sowohl sein persönliches Leben als auch die moderne spanische Geschichte geprägt haben.
Die Memoiren beginnen mit seiner Kindheit im Exil und dem tragischen Tod seines jüngeren Bruders Alfonso, den er 1956 versehentlich beim Spielen mit einer Pistole erschoss. Juan Carlos beschreibt den Vorfall als einen Wendepunkt in seinem Leben und sagt, er habe „einen Freund, einen Vertrauten verloren“ und trage die Trauer seither mit sich herum.
Er erzählt auch von dem schicksalhaften Tag, an dem Franco ihn zu sich rief und ihn persönlich zu seinem Nachfolger anstelle seines eigenen Vaters, Don Juan, ernannte. Juan Carlos erinnert sich, wie er fassungslos war und die Ernennung „als Pflicht und Verpflichtung“ annahm, im Bewusstsein, dass diese Entscheidung Spaniens Zukunft bestimmen würde.
Er blickt auf entscheidende Momente seiner Regierungszeit zurück, darunter den gescheiterten Staatsstreich vom Februar 1981. Juan Carlos betont die Bedrohung, die dieser für Spaniens junge Demokratie darstellte, und sagt: „Die einzige Gewissheit ist, dass das Militär versucht hat, mit Waffengewalt Spaniens junge Demokratie – mein Werk – zu verraten, und das konnte ich nicht dulden.“
Die Memoiren schildern auch sein Privatleben und gehen auf Gerüchte über außereheliche Affären ein. Er gibt eine Beziehung zu Corinna Larsen zu, bezeichnet sie als „männliche Schwäche“ und drückt Reue gegenüber seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau, Königin Sofía, aus. Er bestreitet zahlreiche Medienberichte über Affären und betont, dass Freundschaften zwischen Männern und Frauen oft falsch interpretiert würden.
Juan Carlos spricht offen über seine finanziellen Kontroversen, darunter eine Schenkung des verstorbenen Königs Abdullah von Saudi-Arabien in Höhe von 65 Millionen Euro und nicht deklarierte Schweizer Konten, die einen Skandal auslösten und 2020 zu seinem Exil in Abu Dhabi führten.
Er äußert seine Enttäuschung darüber, dass sein Sohn, König Felipe VI., auf sein Erbe verzichtet und seine Apanage gestrichen hat, verteidigt aber gleichzeitig das institutionelle Erbe der Monarchie.
Trotz der Kontroversen gestaltet Juan Carlos seine Memoiren als Reflexion über Pflicht, Bedauern und seine Verbundenheit zu Spanien. Er schreibt, dass ihn die Abreise aus Spanien tiefgreifend verändert habe, betont aber, dass die Krone und der Fortbestand der Monarchie für ihn weiterhin oberste Priorität hätten.
Obwohl er Fehler einräumt, beteuert er, sein Leben sei der Nation und ihrem demokratischen Übergang gewidmet gewesen.












