Die spanische Regierung bereitet Maßnahmen gegen den illegalen Handel mit Terminen in Ausländerbehörden vor. Diese Praxis macht Migranten schutzlos und zwingt sie, teure private Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Die Warnung erfolgt, nachdem der Wirtschafts- und Sozialrat (CES) das Problem in seinem jüngsten Bericht hervorgehoben hat. Bericht zur Realität der Migration in Spanien: Prioritäten für die öffentliche Politik, im Auftrag des Ministeriums für Integration, soziale Sicherheit und Migration.
Dem Bericht zufolge haben sich die Schwierigkeiten bei der Online-Terminbuchung durch Praktiken verschärft, die Termine automatisch blockieren und an private Anbieter weiterleiten, sodass diese nur noch über Vermittler mit hohen Gebühren zugänglich sind. Das CES bezeichnet dies als einen „illegalen Markt“, der für viele Migranten eine bürokratische Sackgasse darstellt.
Als Reaktion darauf erwägt die Regierung die Einführung personalisierter Codes oder Passwörter für Termine im Jahr 2026, um Betrug und die Erhebung von Provisionen durch Dritte zu verhindern. „Wir hoffen, dass wir bis zum ersten Quartal des nächsten Jahres konkrete Kontrollmechanismen eingerichtet haben, um den betrügerischen Gebrauch oder Handel mit Terminen zu unterbinden“, sagte die Staatssekretärin für Migration, Pilar Cancela.
Eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe – bestehend aus Vertretern der Ministerien für Integration, Raumordnung und Inneres – wurde beauftragt, die Kontrollen zu verstärken, Unregelmäßigkeiten aufzudecken und diese vor allem präventiv zu verhindern. Beamte der Ministerien besuchten zudem regionale Ausländerbehörden, um sich mit Verbänden und Fachleuten über die besten Lösungen auszutauschen, insbesondere nach Verabschiedung der neuen Einwanderungsbestimmungen und dem erwarteten Anstieg des Verwaltungsaufwands.
Zur Unterstützung dieser Bemühungen wurde das Personal in den Einwanderungsbehörden verstärkt. Eine erste Einstellungsrunde ist für Oktober geplant, eine zweite für Anfang 2026. Zusätzlich wurden weitere Mittel bereitgestellt. Cancela betonte, dass die kombinierten Maßnahmen darauf abzielen, „solche Situationen zu minimieren oder sogar ganz zu vermeiden“.












