Spanische Hoteliers haben das Innenministerium aufgefordert, dringend das Grenzkontrollpersonal zu verstärken und die Flughafensysteme zu optimieren. Sie warnen davor, dass lange Warteschlangen bei der Passkontrolle zu einem strukturellen Problem werden, das Spaniens Ruf als Top-Reiseziel gefährdet.
Der spanische Hotel- und Gaststättenverband CEHAT erklärte, dass es an internationalen Flughäfen, insbesondere an solchen mit hohem Passagieraufkommen aus Großbritannien seit dem Brexit, immer wieder zu Engpässen an den Einreisepunkten kommt. Der Verband betonte, dass die bestehenden biometrischen und technologischen Kontrollsysteme noch nicht voll ausgelastet seien und ein Mangel an Polizeibeamten die Verzögerungen zusätzlich verschärfe.
CEHAT-Präsident Jorge Marichal bezeichnete Wartezeiten von einer Stunde oder mehr als „unzumutbar“ und wies auf die Belastung für besonders schutzbedürftige Reisende hin, darunter Familien mit kleinen Kindern, ältere Besucher und Menschen mit Behinderungen. Er warnte davor, dass der erste Eindruck von Spanien bei Millionen von Touristen durch die langen Wartezeiten getrübt werde, was sich negativ auf das Image des spanischen Tourismus auswirken könne.
Der Verband hat die Regierung formell aufgefordert, strukturelle Maßnahmen zu ergreifen, darunter die Aufstockung des Personals, die vollständige Einführung biometrischer Systeme und die Verbesserung der Ressourcenplanung, um dem Wachstum des internationalen Tourismus gerecht zu werden.
Die Bedenken fallen zeitlich mit dem EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) zusammen, das im Oktober 2025 eingeführt und nun auf weitere Flughäfen und Häfen ausgeweitet wurde. Obwohl das System langfristig die Passkontrollen vereinfachen soll, kam es bei der anfänglichen Implementierung zu Verzögerungen. Der Reiseverband ABTA berichtete von unterschiedlichen Erfahrungen der Passagiere und warnte vor längeren Wartezeiten mit der Ausweitung des Systems. ABTA-Chef Mark Tanzer forderte die Behörden auf, Notfallmaßnahmen wie die vorübergehende Einschränkung von Kontrollen zu ergreifen, um den Reiseverkehr zu steuern.












