Callosa de Segura war in der Nacht zum Samstag, dem 17. Januar, völlig unbewacht, wie die Berufsgewerkschaft der örtlichen Polizei von Vega Baja (SPPLB) mitteilte. Die Gewerkschaft behauptet, das Rathaus habe im Voraus gewusst, dass zwei Beamte krankheitsbedingt abwesend waren, aber keine Ersatzkräfte gestellt.
Laut der Beschwerde der Gewerkschaft an Bürgermeisterin Amparo Serrano (PSOE) bestand die einzige Polizeipräsenz in jener Nacht aus einem einzigen Beamten, der von zu Hause aus arbeitete und Anrufe über das Diensttelefon entgegennahm, anstatt auf den Straßen zu patrouillieren. Die Gewerkschaft bezeichnete diese Vorgehensweise als beispiellos und möglicherweise außerhalb der üblichen Vorschriften.
Dies war nicht der erste Vorfall. Am Samstag zuvor, dem 10. Januar, war zwischen 2:30 Uhr und 6:30 Uhr nur ein einziger Beamter im Dienst, wodurch die gesamte Gemeinde praktisch ungeschützt war. Beide Vorfälle ereigneten sich kurz nach der Rückkehr von Polizeichef Juan Antonio Sánchez Pérez am 1. Januar nach zweieinhalb Jahren Abwesenheit aufgrund von Krankheit und Versetzungen in eine andere Stadt.
SPPLB kritisiert außerdem die Vorgehensweise der Stadt bei der Vergabe von Überstunden, die auf einem manuellen Protokoll anstatt auf formellen Dienstanweisungen beruht – ein System, das die Gewerkschaft als „willkürlich und unkontrolliert“ bezeichnet.
Obwohl sich derzeit 15 Beamte in der Ausbildung an der IVASPE-Akademie befinden – eine Tatsache, die seit September 2025 bekannt ist – stellt die Gewerkschaft fest, dass es bisher noch nie zu vollständigen Deckungslücken gekommen ist, selbst nicht bei längeren Abwesenheiten.
Die Gewerkschaft fordert nun eine formelle Untersuchung des Amtsführungsverhaltens des Polizeichefs und warnt, dass Stadtrat Javier Pérez Trigueros, der über die Situation informiert ist, nicht gehandelt hat. Trigueros, Mitglied der unabhängigen Partei UCIN, soll im Rahmen einer Machtteilungsvereinbarung mit der PSOE in Kürze das Bürgermeisteramt übernehmen.
Callosa de Segura, eine Stadt mit 20,000 Einwohnern, stützt sich auf ihre örtliche Polizei und eine nahegelegene Wache der Guardia Civil, die auch für die Nachbargemeinden Redován, Cox, Benferri, Rafal und Granja de Rocamora zuständig ist. Die Gewerkschaft warnt, dass die Bewohner nachts ohne ausreichend Personal ungeschützt sind.












