In Murcia wurde ein Mann festgenommen, der beschuldigt wird, eine Frau, die seit 2024 als vermisst galt, gefangen gehalten und brutal misshandelt zu haben. Der Fall hat Spanien schockiert.
Die Nationalpolizei bestätigte die Festnahme von Alberto S., etwa 54 Jahre alt, nachdem eine 38-jährige Marokkanerin aus einem Haus im Dorf San José de la Vega geflohen war, wo sie mutmaßlich fast zwei Jahre lang gefangen gehalten worden war. Der Fall wird als geschlechtsspezifische Gewalt untersucht.
Die Frau verschwand kurz nach ihrer Ankunft in der Region vor über zwei Jahren. Ihre Familie meldete sie am 1. April 2024 als vermisst, doch die Ermittler gingen monatelang davon aus, dass sie freiwillig in ihr Heimatland zurückgekehrt sein könnte. Diese Theorie wurde diese Woche endgültig widerlegt, als ihr eine spektakuläre Flucht gelang.
Laut Polizeiangaben wurde das Opfer im Haus eingesperrt und am Verlassen gehindert. Der Verdächtige soll das Haus stets verriegelt haben, wenn er ausging, und sie so fast zwei Jahre lang von der Außenwelt abgeschnitten haben.
Ihre Flucht gelang ihr am Dienstag, als sie einen Moment der Unachtsamkeit nutzte, während ihr mutmaßlicher Entführer schlief. Sie kletterte eine Leiter im Garten hinauf, überwand den Zaun und flüchtete in ein nahegelegenes medizinisches Zentrum. Die Ärzte stellten bei ihr zahlreiche Prellungen, eine Kopfverletzung, mehrere fehlende Zähne und eine Erblindung auf einem Auge fest – eine Verletzung, die ihr vermutlich schon vor einiger Zeit zugefügt worden war.
In ihrer Aussage schilderte die Frau wiederholte körperliche und sexuelle Übergriffe sowie extreme Grausamkeiten. Sie berichtete den Ermittlern, dass sie an eine Trage gefesselt und geschlagen, nackt in einem unbeheizten Badezimmer eingesperrt, mit Waffen bedroht und ständig eingeschüchtert worden sei, um sie an einem Fluchtversuch zu hindern.
Die Ermittlungen wurden von der Familien- und Frauenhilfeeinheit (UFAM) der Nationalpolizei übernommen. Mit einem richterlichen Durchsuchungsbefehl durchsuchten Beamte das Haus und fanden dort Berichten zufolge Messer, Schusswaffen, Drogen und die vom Opfer beschriebene Trage.
Alberto S. wurde auf dem Grundstück festgenommen, offenbar ohne zu wissen, dass die Frau geflohen war. Drei Nachbarn wurden ebenfalls festgenommen, weil sie die Tat angeblich nicht gemeldet hatten, da die Polizei davon ausgeht, dass sie über die Situation Bescheid wussten.
Der Verdächtige soll sich vor dem Gericht Nr. 1 für Gewalt gegen Frauen in Murcia wegen Freiheitsberaubung, sexueller Nötigung und fortgesetzter Misshandlung verantworten. Das Opfer steht weiterhin unter Schutz und erhält spezialisierte Betreuung.
Nachbarn beschrieben den Mann als „gefährlich“ und brachten ihn mit Drogenhandel in Verbindung. Einer sagte, es habe ihn nicht überrascht, vor Monaten eine Frau um Hilfe schreien gehört zu haben: „Er wirkte immer aggressiv. Er sah aus wie ein Verrückter.“












