Unidos por la Costa erinnerte uns diese Woche auf ihrer Facebook-Seite daran, dass Werbetafeln auf nationalen Straßen wie der N-332 verboten sind – selbst wenn sie nur von Autobahnen oder Schnellstraßen aus sichtbar sind.

Dies ist keine Empfehlung oder Beratung. Hier in Spanien ist es geltendes Recht.

Nach dem spanischen Straßenverkehrsgesetz (Gesetz 37/2015) ist Werbung am Straßenrand verboten, um die Fahrer nicht abzulenken und das Unfallrisiko zu verringern. Die Verkehrssicherheit hat oberste Priorität, so die Gesetzgeber.

Doch jeder, der die Küste entlangfährt, kann beobachten, wie das Gesetz routinemäßig ignoriert wird.

Überdimensionale Werbetafeln ragen über Straßen und Wohngebiete, viele von ihnen sind von Schnellstraßen aus gut sichtbar. Rostige Metallrahmen, abblätternde Paneele und grelle Flutlichter sind zu einem vertrauten – und unerwünschten – Bestandteil des Stadtbildes geworden.

Die Kommunen können sich nicht auf mangelnde Zuständigkeit berufen. Sie haben die volle Befugnis, solche Anlagen an Orten, an denen Nationalstraßen durch städtische Gebiete führen, zu regulieren, einzuschränken oder gänzlich zu verbieten. Wenn sie nicht handeln, liegt das nicht daran, dass ihnen die Hände gebunden sind, sondern daran, dass ihnen der politische Wille dazu fehlt.

Warum? Weil Werbetafelgenehmigungen Einnahmen generieren.

Während das Geld fließt, müssen die Anwohner neben verrosteten Stahlkonstruktionen leben, die oft in schlechtem Zustand sind und rund um die Uhr beleuchtet werden. Kaum ein Hausbesitzer würde freiwillig neben einer permanent beleuchteten Werbetafel wohnen wollen – doch genau das müssen viele hinnehmen.

Wenn Bauwerke beschädigt werden oder einstürzen, lautet die Erklärung stets dieselbe: starker Wind, Unwetter, unvorhergesehene Ereignisse. Doch diese Ausreden klingen unglaubwürdig. Werbeanlagen müssen so geplant, zertifiziert und instand gehalten werden, dass sie normalen Witterungsbedingungen standhalten. Technische Prüfungen vor der Genehmigungserteilung sind keine optionalen Zusatzleistungen – sie sind gesetzlich vorgeschrieben.

Die unbequeme Wahrheit ist: Nachlässigkeit, Duldung und mangelnde Aufsicht haben dazu geführt, dass sich das Problem ausbreiten konnte.

Die optische Beeinträchtigung und die potenzielle Gefahr, die von diesen Werbetafeln ausgehen, sind kein Zufall und auch kein Naturereignis. Sie sind die direkte Folge von Verwaltungsentscheidungen – oder deren Unterlassung.

Die Küste verdient Besseres als eine Skyline aus rostigem Eisen und aufdringlicher Werbung. Sie verdient Sicherheit, Respekt für die Umwelt und Behörden, die bereit sind, das Gesetz durchzusetzen, anstatt von dessen Missachtung zu profitieren.

Kredit: Vereinigte Staaten von Amerika