Portugal ist das jüngste europäische Land, das entschieden Schritte zur Einschränkung des Zugangs von Kindern zu sozialen Medien unternimmt, nachdem das Parlament ein Gesetz verabschiedet hat, das das Mindestalter für die selbstständige Nutzung von Online-Plattformen auf 16 Jahre anhebt.
Nach dem neuen Gesetz dürfen Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren soziale Netzwerke nur noch mit der ausdrücklichen und nachweisbaren Zustimmung ihrer Eltern oder Erziehungsberechtigten nutzen. Kinder unter 13 Jahren werden von allen Plattformen, Diensten, Spielen und Anwendungen, die unter das Gesetz fallen, gänzlich ausgeschlossen. Die derzeitige Altersgrenze von 13 Jahren wird damit deutlich verschärft.
Das Gesetz gilt für große soziale Netzwerke wie Instagram, Facebook und TikTok, jedoch nicht für private Messengerdienste wie WhatsApp, das von Eltern häufig genutzt wird, um mit ihren Kindern in Kontakt zu bleiben. Plattformen, die Minderjährigen zwischen 13 und 16 Jahren Zugang gewähren, müssen Schutzmaßnahmen einführen, um den Zugriff auf Gewalt, sexuelle Inhalte, süchtig machende Spielmechaniken und manipulierte Bilder oder Videos zu reduzieren.
Die Kontoerstellung wird ebenfalls eingeschränkt. Kinder unter 13 Jahren können keine Konten eröffnen, während Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren eine Altersverifizierung über das portugiesische digitale Mobiltelefon-Schlüsselsystem oder einen gleichwertigen Mechanismus benötigen, der das Alter bestätigt, ohne weitere personenbezogene Daten preiszugeben.
Die Überwachung der neuen Regeln soll voraussichtlich der Nationalen Kommunikationsbehörde (Anacom) und der Nationalen Datenschutzkommission (CNPD) obliegen. Oppositionsparteien äußerten jedoch während der Parlamentsdebatten Bedenken hinsichtlich der Durchsetzbarkeit, der Risiken für die Privatsphäre, der Datenerhebung und der Möglichkeit für junge Nutzer, die Beschränkungen mithilfe von VPNs zu umgehen. Ein Abgeordneter kritisierte den Gesetzentwurf als Angriff auf die persönlichen Freiheiten.
Portugals Schritt spiegelt einen breiteren internationalen Trend wider, der durch wachsende Besorgnis über die Auswirkungen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit und Entwicklung von Kindern bedingt ist. Australien hat bereits ein landesweites Verbot für unter 16-Jährige eingeführt, während Frankreich Kürzlich verabschiedete Beschränkungen für unter 15-Jährige. Dänemark, Italien und Spanien Auch andere Länder verfolgen ähnliche Maßnahmen, und weitere Gesetze in ganz Europa sind in Vorbereitung.












